Kult-Bordell als Edel-Restaurant empfohlen

Leierkasten-Chef erzählt von irren Anrufen - jetzt die Wende!

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Leierkasten-Geschäftsführer Velica A. ist froh, dass Google die falschen Bewertungen gelöscht hat.

Studenten haben sich einen Scherz erlaubt und den Leierkasten im Internet als Edel-Restaurant angepriesen. Jetzt scheint der Spuk für die Betreiber ein Ende zu haben.

München - „Du kommst als Fremder und gehst als Freund“, verspricht das Münchner Kult-Bordell seit jeher. In den vergangenen Wochen und Monaten fühlten sich aber einige Besucher nach einem Aufenthalt im Leierkasten dann doch als ziemlich fremd und fehl am Platz. Grund: Im Internet wurde das Etablissement fatalerweise nicht als solches bewertet und gekennzeichnet - vielmehr machten sich einige Studenten einen Spaß daraus und priesen den Leierkasten als schickes Restaurant an.

Fatal für den Leierkasten: Mehr als 80 Google-User bewerteten das Bordell als Feinschmecker-Lokal, schwärmten bei den Rezensionen über die guten Weine und das edle Perlhuhn. Den Internet-Riesen Google selbst schienen die Beschwerden von Leierkasten-Geschäftsführer Velica A. nicht viel zu interessieren. „Die unternehmen einfach nichts“, schimpfte er noch vor wenigen Tagen im Gespräch mit der tz. Doch damit ist jetzt Schluss.

Leierkasten-Geschäftsführer Velica A. ist froh, dass Google die falschen Bewertungen gelöscht hat.

„Die Berichterstattung hat Google Druck gemacht“

Denn die Bewertungs-Panne hat nach der großen medialen Aufmerksamkeit den Suchmaschinen-Konzern überraschend doch noch zum Umdenken gebracht. „Google war richtig unter Druck“, sagt Velica A. Der Geschäftsführer hat kürzlich erneut angerufen und bekam versichert, die falschen Bewertungen würden sofort rausfliegen.“ Und siehe da: Von Speiselokal ist bei den Rezensionen keine Rede mehr, der Leierkasten ist nun auch im Netz ganz offiziell wieder ein Bordell!

„Es kommen noch einige Spaß-Anrufe“

Ganz vorbei sind die Witzeleien trotzdem noch nicht. „Wir bekommen noch einige Spaß-Anrufe“, sagt Velica A. Erst am Donnerstag habe jemand angerufen und für den nächsten Tag Spargel bestellt. „Aber wir nehmen das längst mit Humor“, sagt der Geschäftsführer.

Johannes Heininger

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