Eltern in großer Sorge

Lkw-Wahnsinn in Schwabing: „Wir haben Angst um unsere Kinder“

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Bis zu 50 Baustellenlaster zwängen sich täglich durch die Karl-Theodor-Straße. Das sei gefährlich, sorgen sich die Anwohner.

Die Sanierungsarbeiten von zwei Gymnasien sorgen im Norden der Stadt für einen großen Baustellen-Wahnsinn. Doch es ist nicht nur laut und dreckig: Eltern fürchten um die Sicherheit des Nachwuchses.

München - Es ist der Baustellen-Wahnsinn mitten in Schwabing. Die Stadt saniert das Maximilians- und das Oskar-von-Miller-Gymnasium. Das sorgt für mächtig Rummel – nicht nur, weil die Bagger 13 Stunden am Tag Lärm machen. Die Anwohner sind auch genervt vom Baustellenverkehr in der Karl-Theodor-Straße. Es sei zu laut, zu dreckig und zu gefährlich. Bei einem Ortstermin am Donnerstag trafen sich die Anwohner mit Bürgermeisterin Christine Strobl (57, SPD), Vertretern der Stadtverwaltung und der Polizei.

Das Gelände der Schwabinger Zwillings-Gymnasien ist seit Oktober eine der größten Baustellen Münchens. Die Maßnahme dauert bis 2022 und kostet 166 Millionen Euro. Die Schüler büffeln derweil in Ausweichquartieren.

Der Straßenplan: Die Baustellen-Lkw sollen nun durch die Karl-Theodor-Straße fahren.

Die Anwohner freuen sich zwar darüber, dass ihre Kinder unter anderem 24 neue Klassenzimmer und zwei neue Turnhallen bekommen. Aber es gibt auch Sorgen – fahren doch bis zu 50 Baustellen-Lkw am Tag durch die enge Karl-Theodor-Straße. Das, so meinen Anwohner, gefährdet die Sicherheit im Viertel, insbesondere für Kinder.

Schwabing: Umleitung der Lkw auf die Leopoldstraße? Es gibt zwei Vorschläge

Vincent ist sechs Jahre alt und gerade in die erste Klasse gekommen. Sein bester Schulfreund wohnt auch im Viertel. „Aber da kann ich ihn die nächsten vier Jahre nicht alleine hinschicken“, sagt sein Vater Dieter von Brockel. Der Verkehr sei einfach zu gefährlich. Auch Michaela Linder wohnt im Viertel und wünscht sich für ihren Sohn ein sicheres Umfeld – wie jede Mutter.

Anstatt die Lkw also 1,6 Kilometer im Stop-and-Go-Gänsemarsch durchs Viertel zu schicken, sollten die Laster direkt auf die Leopoldstraße abbiegen: Das fordert die Bürgerinitiative Pro Max und Oskar.

Michaela Linder fürchtet um die Sicherheit ihres Sohnes.

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) argumentiert dagegen: Auf der anderen Route seien Radl­fahrer durch abbiegende Lkw gefährdet. Doch: „Wo ein politischer Wille ist, ist auch ein planerischer Weg“, sagt Wolfgang ­Ferchl von der Initiative. Zwei Vorschläge habe die Initiative gemacht: Eine Ampel an der Kreuzung und eine temporäre Verlegung des Radlwegs. Die Ampel-Lösung sei sehr aufwendig, die Verlegung des Radwegs wolle das KVR hingegen jetzt noch prüfen. Auch die zeitweise Umwidmung der Karl-Theodor-Straße in eine reine Anliegerstraße könnte für Entspannung sorgen. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. 

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Schwabing – mein Viertel“.

Severin Heidrich

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