Illegaler Getränke-Verkauf

Mama Afrika: Hausverbot im Englischen Garten

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Mama Afrika will das Hausverbot nicht hinnehmen.

München - Ein kühles Helles für drei Euro – und die leere Flasche nimmt sie gleich mit: Seit Jahren versorgt Mama Afrika die Durstigen und Faulen im Englischen Garten mit Getränken. Damit soll jetzt Schluss sein.

Thomas Köster, Verwalter des E-Gartens.

Nicht nur die Parkbesucher kennen Mama Afrika, auch den Verwaltern des Englischen Gartens ist die Frau, die angibt, aus Gera zu sein, bekannt. „Mehrere Jahre lang hat sie hier illegal Getränke verkauft. Sogar Pizza hat sie auf Bestellung besorgt. Doch nie konnten wir ihr etwas nachweisen. Jetzt wurde sie auf frischer Tat ertappt. Das haben wir zum Anlass genommen, ihr ein Hausverbot zu erteilen“, so Thomas Köster, Chef des Englischen Gartens.

Vor über zehn Jahren tauchte Mama Afrika das erste Mal im Englischen Garten auf, war bei den Trommlern am Monopteros, verkaufte ihnen Bier, nannte sich fortan Mama Afrika und weitete ihre Verkaufstätigkeiten aus.

Ärger im Paradies: Hier hat Mama Afrika Hausverbot – und will sich das nicht gefallen lassen.

Am 11. Juni erwischt die Reiterstaffel der Polizei Mama Afrika in flagranti beim Bierverkauf. Sie hat keine Reisegewerbekarte und keine Genehmigung der Parkverwaltung. Als die Polizei die Bierkäuferin als Zeugin vernimmt, soll Mama Afrika laut Köster harsch geworden sein: „Wie kannst du mich bei den Bullen verpfeifen?“ Die Polizei meldet den Vorfall bei der Parkverwaltung. Nun hat Thomas Köster etwas gegen die illegale Bierverkäuferin in der Hand. Schriftlich teilt er ihr mit, dass sie für ein Jahr Hausverbot im Südteil hat. „Sie ist unbelehrbar und aggressiv. Es hilft nichts, ihr nur das Verkaufen zu verbieten“, sagt Köster.

Mama Afrika aber will das Hausverbot nicht hinnehmen. Auf ihrer privaten Facebook-Seite macht sie ihrem Ärger Luft: „Verbote sind doch dazu da, um sie nicht einzuhalten! Es ist unglaublich, Mama Afrika gehört zum Englischen Garten wie der Eisbach! Ich lasse mich da nur in Handschellen abführen!“

Wenn Sie im Englischen Garten erwischt wird, könnte es eine Unterlassungsklage geben. Wenn sie nicht zahlen kann, könnte Mama Afrika möglicherweise sogar im Gefängnis landen. „Sie gibt an, Künstlerin zu sein, aber scheinbar lebt sie von illegalen Bierverkäufen“, mutmaßt Köster. Mama Afrika droht derweil über Facebook mit ihrem Anwalt. Dabei gibt’s in München doch so viele andere schöne Plätze, wo sie Flaschen sammeln und illegal Bier verkaufen könnte …

Jasmin Menrad

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