Lage bei Flüchtlingen spitzt sich zu

Masern-Alarm: Aufnahme-Stopp in der Bayernkaserne

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Immer mehr Asylbewerber kommen nach München.

München - Die Lage der Asylbewerber in der Bayernkaserne spitzt sich zu: Drei der Flüchtlinge sind an Masern erkrankt. Die Stadt verfügte einen sofortigen Aufnahme-Stopp!

Bis 9. September werden vorerst keine Flüchtlinge mehr aufgenommen, es werden auch keine von der Bayernkaserne in andere Unterkünfte verlegt.

Bei drei Asylsuchenden im Alter zwischen 25 und 27 Jahren wurde der hochansteckende Masern-Virus festgestellt, meldete die Stadt am Freitagabend. Die Patienten kamen alle ins Krankenhaus, zwei von ihnen waren bald wieder wieder genesen, einer befindet sich noch in Behandlung. „Eine akute Gesundheitsgefahr für die Münchner Bevölkerung besteht nicht“, so Rathaus-Sprecher Stefan Hauf.

Dennoch empfahl das städtische Gesundheitsreferat der Regierung von Oberbayern, in der Bayernkaserne einen Aufnahmestopp zu verhängen. Die Maßnahme gilt deshalb für 18 Tage, weil so lange auch die Inkubationszeit bei Masern beträgt. Also die Zeitspanne, in der das Virus ausbrechen kann.

Das bedeutet: Seit Freitag werden alle neu in Bayern angekommenen Asylbewerber in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Zirndorf bei Nürnberg gebracht, dabei sind die Platz-Verhältnisse dort noch kritischer als in der Bayernkaserne: Etwa 1100 Menschen sind hier untergebracht – doppelt so viele als Plätze vorhanden sind. Die Flüchtlinge schlafen in Busgaragen, in der Caféteria, der Kapelle und im Speisesaal. Und die Bezirke, die nach der Erstaufnahme Asylbewerber beherbergen müssten, haben auch keinen Platz. In Bayreuth sind bereits die ersten Zelte aufgestellt worden – in anderen Bundesländern Alltag!

Im Juli wurden im Vergleich zum Vorjahr 75,6 Prozent mehr Asylbewerber gezählt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière rechet heuer mit 200 000 Asylanträgen, zum Vergleich: Voriges Jahr waren es 166 951. Der Rekord von 438 191 Asylbewerbern im Jahre 1992 ist aber noch weit entfernt.

De Maizière will künftig Asylsuchende aus dem ehemaligen Jugoslawien und Albanien wieder nach Hause schicken, da dies sichere Herkunftsländer seien. Außerdem fordert der Minister ein Nachdenken über die Verteilung der Asylbewerber innerhalb der EU. Knapp ein Drittel der Asylanträge würden in Deutschland gestellt. „Deutlich mehr als wir aufnehmen müssten – egal, welchen Verteilungsschlüssel man zugrunde legt“, so de Maizière.

Johannes Welte

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