Überall Stolperfallen

Maulwurf-Alarm im Englischen Garten - den Park freut‘s

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So schaut’s im Englischen Garten derzeit beim Monopteros aus.

Im Englischen Garten freut man sich über die kleinen Helfer im Untergrund, weil sie die Erde umgraben und Schädlinge fressen.

München - Wer zurzeit beim Monopteros durch den Englischen Garten spaziert, stolpert geradezu darüber: Maulwurfshügel. So weit das Auge reicht, türmt sich die Erde zu kleinen Häufchen. Für manch einen Passanten sieht das bedrohlich aus. „Das ist aber ganz normal“, beschwichtigt Thomas Köster von der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung. Von einer Maulwurfsplage könne nicht die Rede sein – im Gegenteil. „Wir finden das ganz positiv“, sagt Köster.

Im Prinzip sei es jedes Frühjahr das Gleiche: „Sobald die ersten Sonnenstrahlen kommen und der Boden wärmer wird, werden die Maulwürfe wieder aktiver.“ Dann paaren sie sich und bauen in der Erde Gänge für den Nachwuchs. Dadurch entstehen viele kleine Hügel – und die Verwaltung des Englischen Gartens freut sich. „Die Maulwürfe graben uns im Prinzip die Erde um.“ Später werden die Hügel dann mit Egge und Walze geplättet, damit auf der frischen Erde wieder Rasen wachsen kann. „Außerdem fressen die Maulwürfe Schädlinge – sie helfen uns also in mehreren Bereichen.“

Nicht umsonst stehen die putzigen Säugetiere unter Naturschutz. Zwischen fünf und zehn von ihnen gebe es im Englischen Garten pro Hektar, schätzt Köster. Bei 375 Hektar Gesamtfläche macht das eine ganze Menge Maulwürfe – kein Wunder, dass es derzeit so viele Erdhügel gibt. Laut Köster lässt sich noch ein weiteres Phänomen beobachten: Jedes Frühjahr aufs Neue tauche eine große Zahl toter Maulwürfe im Englischen Garten auf. „Das kann ich seit 20 Jahren immer wieder beobachten“, berichtet Köster. Eine genaue Erklärung hat er dafür noch nicht gefunden. „Wahrscheinlich hat es aber etwas mit dem Generationenwechsel zu tun. Die alten Tiere sterben, damit die jungen nachkommen können.“ Nicht selten werde er im Frühjahr von Besuchern des Englischen Gartens auf tote Maulwürfe angesprochen. „Die Leute sehen, wie die Krähen an ihnen herumpicken und fragen sich, ob es bei den Maulwürfen gerade Probleme gibt.“ Diese Besucher kann er beruhigen – das gehöre alles zum Kreislauf der Natur.

Warnen möchte Köster allerdings die Jogger. „Bei den Maulwurf-Massenphänomenen im Frühjahr kann es durchaus vorkommen, dass manche Tiere ihre unterirdischen Gänge sehr nahe unter der Oberfläche bauen.“ Das sehe man von außen nicht. Ein Jogger, der nichts ahnend auf eine solche Stelle tritt, kann daher unter Umständen einsinken und sich verletzen. Köster sagt: „In solchen Fällen haftet der Englische Garten nicht.“

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Marian Meidel

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