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Geschosse kamen aus benachbartem Wohnblock

Schwabinger Tor: Vermummte Person bewirft spielende Kinder mit Steinen

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Ernste Gesichter: Die Opfer der Stein-Attacke sind sichtbar geschockt. 

Mehrere Kinder werden auf einem Spielplatz am Schwabinger Tor von einer vermummten Person mit Steinen beworfen. Die Eltern sind entsetzt - und schalten die Kriminalpolizei ein. 

Schwabing/Freimann - Eigentlich sollte das Schwabinger Tor entlang der Leopoldstraße eines der schönsten, modernsten und liberalsten Neubaugebiete der Stadt werden. Doch angesichts dessen, was sich dort vor wenigen Tagen abgespielt hat, erstrahlt die cremefarbene Wohnanlage jetzt in einem deutlich schäbigeren Licht…

Während Selin Simsek (10) zusammen mit ihren zehn Freunden auf dem neu errichteten Abenteuerspielplatz am Schwabinger Tor schaukelte, warf eine vermummte Person plötzlich eine mit Steinen befüllte Plastiktüte aus dem vierten Stock eines benachbarten Wohnblocks. Ein paar Minuten später ging das zweite Wurfgeschoss zu Boden. Der knüppelharte Inhalt traf einen zehnjährigen Buben am Bein, ein anderer wurde am Rücken verletzt. Der dritte, mit Abstand größte Steinbeutel, verfehlte den Kopf einer Zehnjährigen nur knapp. Die beiden Mädchen, die zusammen mit der maskierten Person auf dem Balkon gesessen haben, sollen die Tat mit ihren Handys gefilmt haben.

Vermummte Person soll von Polizei als angehende Studentin enttarnt worden sein

„Nicht auszudenken, was bei der gefährlichen Attacke noch alles hätte passieren können“, sagt Songül Simsek (35), die ihre zum Glück unverletzt gebliebene Tochter Selin kurz nach der Tat abgeholt hat.

Als die 35-jährige Mutter auf dem Spielplatz angekommen war, war die Polizei bereits vor Ort, um die Wohnung der Steinewerferin zu durchsuchen. Von den anderen Eltern habe Simsek später erfahren, dass die Polizei die mit Skimaske, Schal und Sonnenbrille vermummte Person als angehende Studentin enttarnt und daraufhin als „sehr vertrauensvoll“ eingestuft habe. Schließlich hätten die zuständigen Beamten in der Wohnung der mutmaßlichen Täterin nichts Auffälliges gefunden.

Mit diesen Steinen wurden die spielenden Kinder beworfen. 

Weil die Kinder jedoch beobachtet hätten, wie zwei der drei Mädchen kurz nach der Tat mit ein paar Plastiktüten in der Hand weggelaufen seien, ist sich Songül Simsek sicher, dass die beiden alle Beweise bereits vernichtet haben.

Der Schock sitzt immer noch tief

Heute, etwa eine Woche später, rätseln die Eltern der elf Schulfreunde noch immer, was die Beweggründe für die Steinwürfe waren. Alkohol? Langeweile? Die schiere Lust, anderen Menschen wehzutun? „Vielleicht war es einfach nur der pure Stress – und unsere spielenden Kinder zu laut“, vermutet Simsek.

Um Licht ins Dunkel des sonst so glanzvollen Stadtquartiers zu bringen, hat Simsek jetzt eine schulische Jugendbeamtin engagiert. Außerdem hat sich die Kriminalpolizei eingeschaltet. Ob sich die Kinder das nächste Mal wieder auf dem Spielplatz am Schwabinger Tor treffen werden? „Ich glaube nicht“, sagt Simsek. „Dafür sitzt der Schock immer noch zu tief.“

Sarah Brenner

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Schwabing – mein Viertel“.

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