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Angst vor dem Feuerteufel: Wieder brennt es in Münchner Gartenanlage - „Da geht schon die Sorge um“

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Von: Phillip Plesch

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Wieder gab’s ein Feuer im Schrebergarten – diesmal in einer Anlage in Freimann.
Wieder gab’s ein Feuer im Schrebergarten – diesmal in einer Anlage in Freimann. © privat

Treibt in München ein Feuerteufel sein Unwesen? Große Sorgen bereitet diese bange Frage derzeit vor allem Besitzern von Schrebergärten, nachdem es dort wiederholt gebrannt hat.

München - Riesige Flammen peitschen durch die Luft, Rauch steigt auf. Wenig später ist alles nur noch Schutt und Asche. Erst am Freitag (8. Juli) berichtete die tz über einen großen Brand in einer Obersendlinger Kleingartenanlage. Wie sich zeigt, war das nicht der einzige Brand einer Gartenhütte in der Stadt. Treibt ein Feuerteufel sein Unwesen?

München: Wieder brennt es in einer Kleingartenanlage

Auf die tz-Berichterstattung meldete sich Josef Schmidbauer (74). Er ist der Vorsitzende der Gartenanlage Nordost 65 in Freimann – nahe der Freisinger Landstraße. Knapp 150 Gärten sind hier angelegt. „Am Montag, den 27. Juni, hat es bei uns auch gebrannt“, berichtet er und erzählt detailliert, was passiert war.

Gegen 20 Uhr hatte ihn ein Nachbar aus der Anlage informiert, dass er Rauch entdeckt habe und die Feuerwehr schon alarmiert sei. Die Einsatzkräfte von der Freiwilligen Feuerwehr Freimann und der Berufsfeuerwehr rückten blitzschnell an – und verhinderten somit immerhin das Übergreifen auf andere Gartenhäuschen. Bis das Feuer aber gelöscht war, blieb von der betroffenen Hütte nur noch ein kümmerlicher Rest übrig. Traurig – denn die Gartenhäuser sind teilweise rund 55 Jahre alt. „Die brennen leider wie Zunder“, sagt Schmidbauer. Die Kriminalpolizei sei gekommen und habe den Brand untersucht. Laut Schmidbauer hieß es: „Entweder technisches Versagen oder Brandstiftung.“ Der Vorsitzende ist verunsichert – denn er befürchtet eher Letzteres.

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München: Bei dem Brand in Freimann kam jede Hilfe zu spät

Der Grund: Technik habe es im vorderen Bereich des Häuschens gar nicht gegeben. Die Solaranlage sei hinten angebracht – und unversehrt. An einen Zufall mag auch Johann Meisl (85) nicht so recht glauben. Seine Gartenhütte war in der Nacht auf Donnerstag in Flammen aufgegangen. Hier kam jede Hilfe zu spät. Zurück blieben in der Anlage nahe dem Bahnhof Siemenswerke nur noch Schutt und Asche. Sogar das Gartenhaus des Nachbarn brannte beinahe komplett ab. Der Schaden geht weit in den fünfstelligen Bereich.

Total zerstört: Die Schrebergarten-Parzelle in Freimann nach dem Feuer.
Total zerstört: Die Schrebergarten-Parzelle in Freimann nach dem Feuer. © privat

„Hinweise für einen technischen Defekt gibt es bislang nicht“, teilt die Polizei mit. Ist also ein Brandstifter in der Stadt unterwegs? Oder hat es gar eine Bande auf die Kleingartenanlagen abgesehen? Die Ermittlungen dazu laufen. „Es gibt in München über 8000 Kleingärten, da geht schon die Sorge um“, sagt Josef Schmidbauer. Verständlich. Diese Mini-Paradiese liegen den Besitzern sehr am Herzen.

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