„Es ist unfassbar laut“

PS-Protzer sind Plage in München: Anwohner schlagen Alarm wegen Rennstrecke auf Leopoldstraße

Wohnen an der Leopoldsraße, das klingt für viele traumhaft. Doch viele Anwohner sind inzwischen genervt, weil die Münchner Prachtstraße mittlerweile oft zur Rennstrecke für PS-Protzer wird.

Reifen quietschen, der Motor heult auf, der Auspuff knallt: Lärm, der Nadja und Oliver Keil sowie ihre eineinhalb Jahre alte Tochter abends nicht zur Ruhe kommen lässt. Die Familie lebt an der Leopoldstraße – und ist genervt von PS-Protzern, die dort zu später Stunde mit ihren Autos unterwegs sind. „Es ist unfassbar laut“, sagt Nadja Keil. „Ab 19 oder 20 Uhr geht es rund, am Wochenende oft sogar im Minuten-Takt bis vier oder fünf Uhr in der Nacht“, fügt ihr Mann hinzu.

München: Anwohner schlagen Alarm wegen Rennstrecke auf Leopoldstraße

Die beiden haben den Eindruck, dass sich das Problem in den vergangenen Wochen verschärft hat. „Letzten Sommer war es noch nicht ganz so schlimm“, meint Nadja Keil. Sie betont: „Wir freuen uns, dass die Gastronomie wieder offen hat, und haben auch nichts dagegen, dass die Leute an der Leopoldstraße feiern oder zur Europameisterschaft einen Auto-Korso machen.“ Aber: „Das Verhalten der Protzer ist einfach nur rücksichtslos, gefährlich und belastet die Umwelt.“ Die Familie macht sich Sorgen, dass es zu schweren Unfällen mit Rasern kommen könnte. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemand die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert und im schlimmsten Fall in eine Kneipe fährt“, befürchtet Oliver Keil.

„Der Lärm ist unerträglich“, ärgert sich Nadja Keil über die Raser auf der Leopoldstraße.

München: Polizei registrierte auf der Leopoldstraße zuletzt zwei verbotene Rennen

Laut der Münchner Polizei gab es von März bis Ende Mai zwei verbotene Rennen auf der Leopoldstraße. Im Allgemeinen liege die Zahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen dort aber „verhältnismäßig im niedrigen Bereich“, betont ein Sprecher. Bei 34 Kontrollen in den vergangenen drei Monaten seien „lediglich“ 32 Fahrer mit mehr als 21 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs gewesen. Das liege auch an den Ampeln zwischen Siegestor und Münchner Freiheit sowie dem erhöhten Verkehrsaufkommen auf der Strecke. Doch der Sprecher bestätigt ebenfalls: „In diesem Bereich fallen die Fahrer eher durch unnötiges Hin- und Herfahren, Aufheulenlassen der Motoren und durch sogenannte Kavalierstarts auf.“

Illegale Autorennen mit PS-starken Fahrzeugen sorgen in München immer wieder für Ärger.

Auffällig seien getunte und leistungsstarke Sportwagen oder Motorräder. Die würden aber meist über die sogenannten erforderlichen Typgenehmigungen verfügen. An den Papieren ist also nichts auszusetzen. Wären diese nicht vorhanden, würden die Fahrzeuge „an Ort und Stelle sichergestellt, abgeschleppt und von einem amtlichen Sachverständigen technisch untersucht“.

Raser beschäftigten die Polizei übrigens auch Mittwochnacht am Schloss Nymphenburg. Ein VW-Fahrer (17) ohne Führerschein lieferte sich gegen 2.40 Uhr mit einem 19-jährigen BMW-Fahrer im Bereich des Südlichen Schlossrondells ein verbotenes Autorennen. Der 17-Jährige verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und baute einen Unfall. Eine Mitfahrerin musste ins Krankenhaus. Der Fahrer und ein weiterer verletzter Beifahrer wurden ambulant behandelt. C. Schuri

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