Schon im September ist Schluss

Bitter: „Cavalluna Park“ streicht alle Veranstaltungen - Das passiert mit den Pferden

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Spektakuläre Shows bieten Artisten im Showpalast München. Damit soll bis auf Weiteres Schluss sein.

Münchner „Cavalluna Park“ streicht Veranstaltungen bis Sommer 2020. 150 Mitarbeiter sind betroffen. Nun ist klar, was mit den Pferden passiert.

Update vom 28. August 2019: Im Showpalast München ist vorerst ein Galopp-Stopp angesagt: Bis mindestens Juni 2020 sind alle Veranstaltungen der Pferdeshow abgesagt und auch der „Cavalluna Park“ wird schließen. Zwar ist der Veranstalter, die Apassionata Park München GmbH & Co. KG, zuversichtlich, dass das Projekt zu einem ungewissen Zeitpunkt fortgesetzt wird – doch für die Mitarbeiter ist das wohl kaum ein Trost.

„Wir bedauern zutiefst, dass circa 150 treue Kollegen betroffen sind“, sagt Geschäftsführer Johannes Mock-O’Hara. Nur ein kleines Kernteam könne bleiben, um sich um die Instandhaltung des Parks und des Showpalasts zu kümmern – alle anderen werden gekündigt.

München: „Cavalluna“-Pferde kehren auf die Höfe zurück

Und was passiert mit den Pferden? „Die Showpferde gehören unseren seit 17 Jahren mit uns zusammenarbeitenden Equipen“, erklärt Mock-O’Hara. Diese hätten Höfe in ganz Europa, zu denen die Tiere nun zurückkehren würden.

Gerade mal eineinhalb Jahre bestand das 50-Millionen-Euro-Projekt mit spektakulären Pferdeshows im futuristischen Holzbau. Grund: Wegen des Handelskriegs zwischen China und den USA könne der chinesische Investor das Projekt nicht mehr ausreichend unterstützen, so Mock-O’Hara. Und so enden hochtrabende Pläne: Acht Shows pro Woche hatte der Veranstalter zu Beginn angekündigt. Tatsächlich waren es zuletzt im Durchschnitt drei bis vier Shows. 

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Erstmeldung vom 27. August 2019: München - Die dürre Mitteilung, die am Dienstagabend per E-Mail in der Redaktion einging, passt auf eine DIN-A4-Seite, doch sie hat es in sich. Das 50-Millonen-Euro-Projekt, das einst als „Equila“ startete, nach einem Namensstreit umfirmieren musste und im November 2017 in einem futuristischen Holzbau in Fröttmaning Eröffnung feierte, steht vor einer ungewissen Zukunft. Die chinesischen Investoren haben den Geldhahn zugedreht.

„Der Handelskrieg zwischen den USA und China sowie die aktuelle Situation in Hongkong machen es unserem chinesischen Eigentümer sehr schwer, unser Projekt in München derzeit in gleicher Weise wie bisher zu unterstützen“, schreibt Geschäftsführer Johannes Mock-O’Hara. „Die Unternehmung befindet sich in ihrer Aufbauphase und ist daher auf die laufende Finanzierung durch unseren Investor angewiesen. Dieser möchte sich weiterhin sehr stark für das Projekt engagieren, aber da sich die Restriktionen für den internationalen Geldverkehr aus China heraus mehr und mehr verschärfen, ist das derzeit ein unmögliches Unterfangen. Alle Unternehmen in China haben zurzeit große Schwierigkeiten, Auslandsüberweisungen in Fremdwährungen zu tätigen.“

München: Cavalluna-Show „Gefährten des Lichts“ ist bereits abgesagt

Die Show „Gefährten des Lichts“, die gerade vorbereitet wird, ist damit am Ende, bevor sie überhaupt begonnen hat. Man habe entschieden, „diese Veranstaltung im Showpalast München für den geplanten Zeitraum (Dezember 2019 - Juni 2020) abzusagen“, heißt es in der Mitteilung. Und weiter: „Im Zuge dessen wird auch der Cavalluna Park nach den bayerischen Sommerferien Ende September 2019 schließen.“

Allenfalls Fremdveranstaltungen werden bis auf Weiteres Leben in den Showpalast im Norden Münchens bringen. Das Gebäude nämlich soll für externe Buchungen in Betrieb bleiben.

„Wir bedauern sehr, diesen Schritt gehen zu müssen. Die Gründe dafür liegen aber vollständig außerhalb unseres Einflussbereichs und lassen aus Verantwortung gegenüber unseren Partnern keine andere Möglichkeit zu“, schreibt Mock-O’Hara und verspricht: „Sobald sich diese – für uns unberechenbaren – externen Faktoren wieder verbessern, werden wir sofort wieder mit der Planung einer neuen Show und einer neuen Parksaison starten.“

München: Cavalluna kann gesteckte Ziele nicht erreichen

Ein bitterer Moment für ein Unternehmen, das einst mit hochfliegenden Plänen an den Start gegangen ist. „Bis zu acht Shows pro Woche“ hatte der damalige Geschäftsführer Nikolas Job im Oktober 2017 angekündigt – ein Pensum, das nicht lange durchzuhalten war. Über die Eröffnung der Pferdearena berichtete merkur.de*. Die Zahl der Shows wurde reduziert – offenbar war es nicht so leicht wie geplant, die Arena so häufig mit 1700 Zuschauern zu füllen.

Dabei hatten die Erbauer an nichts gespart: Mit Technik vom Feinsten, einer 40 mal 25 Meter messenden Spielfläche und üppig ausgestatteten Shows rund um das zentrale Thema Pferd hat das Unternehmen Schlagzeilen gemacht. Für den Bau waren 55 Millionen Euro veranschlagt, wie merkur.de* berichtet. Es schien kein Zweifel daran, dass der vorerst auf sieben Jahre laufende Pachtvertrag mit der Stadt München verlängert werden sollte. Das alles ist nun zunächst einmal Zukunftsmusik. Was die Schließung für die Mitarbeiter des Showpalasts bedeutet, lässt die Mitteilung vom Dienstagabend offen.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

Peter T. Schmidt/laf

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