Schwabinger suchen verschwundenes Fluggerät

Kurioser Aushang "Drohne verloren" - was dahintersteckt!

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Drohne verloren? Normalerweise liest man an Laternenmasten andere Suchaufrufe.

München - "Katze entlaufen" oder "Handy verloren", so etwas liest man ja oft an Litfaßsäulen oder Laternenmasten. In Schwabing rund um den Leopoldpark allerdings findet man derzeit Zettel mit dieser ungewöhnlichen Information: Hilfe! "Drohne verloren!"

Familie Gillett.

Es war Montag, als das geliebte Flugobjekt der Familie Gillett in den Schwabinger Himmel abgedüst ist. Brent Gillett, der von seiner Frau Carolyn als "Hobby-Drone-Flyer" bezeichnet wird, lässt seine gelbe Drohne der Marke Perret am Leopoldpark in der Schwabinger Friedrichstraße fliegen. "Sie war ungefähr 100 Meter in der Luft", erinnert sich Carolyn, die aus South Carolina stammt. Und plötzlich sei sie irgendwohin davongeflogen. Ihr Mann habe das Signal verloren, habe einfach keine Kontrolle mehr gehabt. "Wir glauben, dass sie auf irgendeinem Dach abgestürzt ist", sagt sie. Die Gilletts, die in der Nähe des Leopoldparks wohnen, suchen die ganze Nachbarschaft nach der Drohne ab, ohne Erfolg.

Also hängt Carolyn Gillet etwa 20 weiße DIN-A4-Ausdrucke an Laternenmasten in der Gegend. Darauf steht: "Drohne verloren!" Darunter eine Handynummer, die man anrufen soll, wenn man das Flugobjekt findet. Auch eine Belohnung soll der Finder bekommen, heißt es.

Suchaufruf einmal anders

Drohne verloren? Normalerweise liest man an Laternenmasten: "Hund entlaufen" oder "Katze verschwunden". Aber Drohne verloren? Carolyn Gillett und ihr Mann Brent haben eine besondere Beziehung zu ihrer "Drone" aufgebaut. Mit ihren Kindern machen die beiden öfter Urlaub in den Bergen. Dann lässt Brent das ferngesteuerte Fluggerät fliegen, schießt Fotos und macht Erinnerungs-Videos. Carolyn Gillett sagt: "Die Drohne ist schon wichtig für uns. Wir haben zum Beispiel Bildmaterial von unseren Kindern drauf." Doch nun ist sie verschwunden, einfach davongeflogen.

Die Drohne, die nach der Drohne sucht

Viele Menschen haben die Zettel an der Straße gesehen und sich bei Carolyn Gillett gemeldet. Ruft man ihre Nummer an und erwähnt die Drohne, ruft die US-Amerikanerin freudig in den Hörer: "The Drone? You have it?" Doch bisher ist noch kein Treffer mit dabei gewesen. Einmal habe jemand mit seiner Drohne nach der Drohne der Gilletts gesucht, erzählt die US-Amerikanerin. Und dann - und das ist wirklich verrückt - habe das Fluggerät des Helfers ebenfalls die Düse gemacht, und zwar an der gleichen Stelle.

"Seitdem vermuten wir, dass das Signal an dieser Stelle von irgendetwas gestört wird", meint Carolyn Gillett. Sie denkt, dass eventuell ein Gebäude in der Friedrichsstraße damit zu tun haben könnte. Schließlich sei dort eine riesige Antenne auf dem Dach aufgebracht, die so aussehe als könnte sie Signale stören. Doch was wirklich mit ihrer Drohne passiert ist, weiß auch Carolyn Gillett nicht. Sie weiß nur: "Wir würden sie gerne wieder haben."

rat

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