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Phosphor-Sprengkörper „jeden Tag gefährlicher“: Polizist im Münchner Norden massiv verletzt

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Polizisten werden im Norden von München zu einem außergewöhnlichen Einsatz gerufen. Am Ende landet ein Beamter mit massiven Verbrennungen in der Klinik. Auslöser: eine chemische Reaktion.

Ein leuchtendes Blaulicht auf einem Polizeiauto (Symbolbild)
Polizeibeamte wurden am Samstag (8. August) zu einem Einsatz in Freimann gerufen. Auslöser war eine Phosphorbombe (Symbolbild) © Friso Gentsch/dpa/picture alliance

München/Freimann - Dramatisches Ende eines vermeintlichen Routineeinsatzes von zwei Polizeibeamten im Münchner Norden: Das Duo wurde am 8. August 2020 von Passanten auf Rauch in einem Waldstück aufmerksam gemacht – dann fanden die beiden Polizisten eine Phosphor-Bombe, die noch vom Zweiten Weltkrieg stammt! Am Samstagmittag waren die Einsatzkräfte zu dem Waldstück an der Leinthalerstraße (Freimann) gefahren, einer hatte einen Feuerlöscher dabei.

Phosphorbombe in München gefunden: Polizist mit massiven Verbrennungen in die Klinik

Das viele Jahrzehnte alte Utensil konnte jedoch nicht verhindern, dass einer der beiden Männer am Ende in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste: Bevor er den Feuerlöscher nämlich einsetzen konnte, reagierte der Phosphor der Bombe mit dem Sauerstoff in der Luft und entzündete sich. Der junge Beamte (21) erlitt massive Verbrennungen an Armen, Beinen und am Kopf. Er musste umgehend in eine Klinik eingeliefert werden, Lebensgefahr besteht jedoch nicht.

Es war nicht das erste Mal, dass in Freimann eine Bombe gefunden wurde. Bereits 2017 wurde dort Weltkriegsmunition unterschiedlicher Herkunft gefunden - und Menschen mussten evakuiert werden. Wie gefährlich und entzündlich Phosphor ist, sehen Sie in diesem Video:

Weltkriegsbomben in München-Freimann: Experte mit unheilvoller Einschätzung

Wieso konnte die Phosphorbombe plötzlich einen solchen Schaden anrichten? Möglicherweise wurde die Bombe bei Waldarbeiten aus dem Untergrund befreit. Dieser außergewöhnliche Fund muss in München* kein Einzelfall bleiben, denn es ist nicht bekannt, wie viele es von diesen selbstentzündlichen Weltkriegsbomben es in der Stadt noch gibt, erklärt Andreas Heil, Betriebsbeauftragter für Kampfmittelbeseitigung. Witterungseinflüsse minimieren das Risiko leider nicht – im Gegenteil: Die Bomben „werden mit jedem Tag gefährlicher“, erklärt Heil.

In der Nähe kurvte ein Münchner kürzlich in der Dunkelheit über die A9. Die Erklärung machte die Polizei sprachlos. Außerdem gibt es bald ein neues Wahrzeichen im Münchner Norden - ein riesiges „Eingangstor“ nahe der Allianz Arena.

Ein Schatzsucher hat in Schottland Gegenstände aus der Bronzezeit* entdeckt, die Gegenstände sind national bedeutsam und bereits im Museum in Edinburgh. (LMB/PF)*tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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