Preis-Irrsinn nach Luxus-Sanierung

Hier kosten 26,4 m² knapp 280.000 Euro

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Riesige Fenster, französische Balkone: Das luxussanierte Gebäude in der Occamstraße 5 – unten ist noch das Albatros drin.

München - In Altschwabing tun sich nach einer Luxus-Sanierung neue Abgründe in Sachen Preis-Irrsinn auf: Eine 18,5 Quadratmeter große Wohnung soll 166.320 Euro kosten. Die Empörung ist groß.

Altschwabing verliert schon wieder einen Teil seines Gesichts: Nur ein paar hundert Meter vom neuen Prachtbau auf dem Grund der alten Kult-Kneipe "Schwabinger 7" entstehen in der Occamstraße 5 die nächsten Luxus-Appartments. Betroffen von der Sanierung des Baus von 1970 ist auch das Kellerlokal Albatros, das nach 29 Jahren wohl raus muss. „Damit zerbricht mein Lebenstraum“, sagt der Pächter Albert Plötz (67).

Bei den Preisen für die 34 Ein-Zimmer-Wohnungen obendrüber wird dem normalen Münchner schwindelig. Laut der Preisliste vom 11. März, die über ein Immobilienportal veröffentlicht ist, soll zum Beispiel ein 26,4 Quadratmeter kleines Appartment 277.620 Euro kosten! Das sind mehr als 10.000 Euro pro Quadratmeter. Für das kleinste Appartment mit 18,5 Quadratmetern im Erdgeschoss will der Verkäufer 166.320 Euro. Nur vier Stockwerke höher kostet das gleiche Zimmer schon 194.040 Euro. Und das knapp 100 Quadratmeter große Pub Albatros soll "einem modernen Club" mit 256 Quadratmetern weichen (vergrößert und rund 1,3 Millionen Euro teuer).

"Plötzlich waren selbst Mieter, die über 20 Jahre hier gewohnt haben, draußen"

Wenn man die Verkaufspreise der Appartments zusammenrechnet, macht das knapp sieben Millionen Euro! Der Mieterverein München ist entsetzt. „Solch ein Bau verändert den Charakter eines ganzen Viertels“, sagt Sprecherin Anja Franz. „Den Wohnraum können sich Familien und andere, die ihn am nötigsten haben, wieder einmal nicht leisten.“

Schwabinger Geschichte – mit einem Mal weg: „Ich weiß nicht, wie der neue Eigentümer das gemacht hat, aber plötzlich waren selbst Mieter, die über 20 Jahre hier gewohnt haben, draußen,“ sagt Albatros-Wirt Plötz. Die Appartments mit bodentiefen Fenstern, italienischen Bodenfliesen in den Bädern und Premium-Möbeln preist der Verkäufer im Exposé mit hohen zu erzielenden Mieten an. Der Eigentümer hält demnach Nettokaltmieten (nach unverbindlicher Einschätzung) für 23 bis 27 Euro pro Quadratmeter für realistisch. Das wären 450 bis 650 Euro pro Appartment – möbliert ließen sich sogar 700 bis 900 Euro erzielen.

Das Unternehmen, das die Wohnungen verkauft, war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Nina Bautz

Schwabing: Super-teures Pflaster

Alle reden über das Glockenbachviertel. Aber auch ­Schwabing ist schon längst Wohn-Luxus. Erst im Januar verkaufte eine Firma eine 79-qm-Altbauwohnung am ­Kaiserplatz für 1,1 Millionen Euro (als Zweitwohnung!). Im Luxus-Neubau auf dem ehemaligen Gelände der Kneipe „Schwabinger 7“ sollen Wohnungen 8000 bis 10.000 Euro pro Quadratmeter ­kosten. Und nebenan in der Occamstraße gibt’s jetzt das gleiche Bild.

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