Parknot in der Parkstadt 

Parkstadt Schwabing: Hotelgäste machen Anwohnern Stellplätze streitig 

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Enge Nachbarschaft: Hotelgäste und Anwohner konkurrieren in der Parkstadt Schwabing um Stellplätze.  

Die Parksituation in der Parkstadt Schwabing ist schon seit Langem angespannt. Pendler und Anwohner streiten sich um Parkplätze. Neue Konkurrenz bekommen sie durch Hotelgäste.

München - „Es ist fast unmöglich, einen Parkplatz um unser Haus zu finden“, klagte Hanno Köster auf der Bürgerversammlung Schwabing-Alte Heide. Köster lebt mit seiner vierköpfigen Familie in einer Wohnung in der Parkstadt. „Wir haben keine Tiefgarage und konnten auch zu unserer Wohnung keine Tiefgarage erwerben.“ Generell sei es fast unmöglich, einen festen Stellplatz zu bekommen. Neben den rund 2300 Anwohnern konkurrieren knapp 12 000 Pendler um Stellplätze. Weltfirmen wie Microsoft und Amazon haben sich in der Parkstadt angesiedelt.

Parkstadt Schwabing: Touristen meiden teure Hotelparkplätze

In jüngster Zeit hat Hanno Köster noch eine weitere Konkurrenz ausgemacht: Die Hotelgäste. „Eigentlich verfügt jedes der zahlreichen Hotels in der Parkstadt über ausreichend Parkplätze“, sagt er. Die preisbewussten Gäste mieden jedoch meist die teuren Hotelparkplätze und suchten stattdessen einen kostenlosen Parkplatz in der Umgebung. „Das wirkt sich sehr negativ auf die ohnehin schon angespannte Parksituation aus“, betonte Köster. So wie ihm gehe es vielen Nachbarn. Nun hätten selbst die Firmen darüber geklagt, dass auch für ihre Kunden nicht ausreichend Parkplätze vorhanden seien.

Die Stadt möchte die Probleme durch ein neues Parklizenzgebiet lösen. Mehrere Lösungen dafür werden diskutiert. Parken soll nur noch für eine gewisse Dauer oder gegen Gebühr möglich sein. Ein Ansatz sieht vor, dass im Zeitraum zwischen 9 und 18 Uhr nur noch gebührenpflichtiges Parken möglich ist. Eine Anwohnerbevorrechtigung ist bislang nicht geplant, da es sich um ein Neubaugebiet mit einem rechnerisch ausreichenden Stellplatzangebot auf Privatgrund handelt. Pendler sollen vermehrt auf Carsharing-Angebote und auf E-Bikes und E-Scooter umsteigen.

Parkstadt Schwabing: Lösungsansätze für das Parkplatz-Dilemma bislang ohne Anwohnerregelung

Hanno Köster hält die Pläne ohne besondere Anwohnerregelung für falsch: „Dadurch hätten wir noch weniger Chancen, einen Parkplatz zu finden. Das bedeutet für mich und meine Familie, dass wir unser Auto nicht mehr in der Parkstadt abstellen können. Ich müsste dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu meinem Parkplatz fahren, das ist doch abstrus!“

Köster reichte deshalb auf der Bürgerversammlung einen Antrag ein, wonach es keine Einschränkungen für Anwohner hinsichtlich der zeitlichen Nutzung von Parkplätzen geben sollte. „Ich denke nicht, dass die geplanten Einschränkungen im Sinne der Anwohner sind“, betonte er. Stattdessen sollten die Bewohner des Viertels von der Regelung ausgenommen werden. Mit dem Parklizenzgebiet wäre es zumindest für die Hotelgäste nicht mehr attraktiv genug, dort zu parken. Rechnungen, wonach in der Parkstadt für die Anwohner genug Parkplätze vorhanden sein müssten, lässt Köster nicht gelten. „Dem ist bei Weitem nicht so. Manche Anwohner haben mehrere Stellplätze und vermieten die dann für teures Geld an Pendler, die in der Parkstadt arbeiten“, berichtete er. Sein Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Die Stadt will mit den Anwohnern einen Kompromiss finden.

VON MICHAEL HELLSTERN

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