Disharmonien in der Parkstadt Schwabing

Geplatzter Plan für 800 neue Wohnungen: Die CSU fordert jetzt Erkärungen

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Stadtbaurätin Elisabeth Merk soll über die Gründe des gescheiterten Deals aufklären.

Nach dem Aus für 800 neue Wohnungen in der Parkstadt Schwabing wächst der politische Druck auf Stadtbaurätin Elisabeth Merk. Die CSU fordert eine Erklärung, wie es zur Abkehr des Investors vom Wohnbau-Projekt kommen konnte.

Die CSU-Rathausfraktion will nun in einer Anfrage vom Planungsreferat wissen, wie es passieren konnte, dass der Investor Argenta nun Büros anstelle von Wohnraum schaffen will. Zuvor hatten bereits Grüne und ÖDP die lange Verfahrensdauer zur Änderung des Bebauungsplans kritisiert. Die SPD forderte die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer.

Plan für Wohnungsbau gescheitert: ‚Äußerst schmerzlich‘ 

Wie berichtet, hatte Merk vor einer Woche eingestanden, dass der Wohnungsbauplan in der Parkstadt gescheitert sei. Dies sei äußerst schmerzlich für die Stadt, sagte Merk. Die Hintergründe blieben unklar. Merk sprach davon, dass es im Dezember 2018 eine Einigung mit dem Investor gegeben habe, „dort ein attraktives urbanes Gebiet mit gefördertem Wohnraum schaffen zu können“. Argenta schweigt bislang. Im Süden der Parkstadt – nahe der Schenkendorfstraße – befindet sich das letzte unbebaute Areal dieses 40,5 Hektar großen Quartiers. Dort hätten die 800 Wohnungen entstehen sollen.

Die CSU will nun genau wissen, welche Absichtserklärung die Stadt und der Investor im Hinblick auf die Regularien für preisgedämpften Wohnungsbau unterzeichnet haben. Ferner fragt die CSU, ob es zutreffend ist, dass das Planungsreferat diese Absichtserklärung nach Abschluss des städtebaulichen Wettbewerbs einseitig aufgekündigt hat. Offenbar hat die Stadt nach jahrelangen Verhandlungen die Vorgaben für den Anteil von geförderten Wohnungen deutlich nach oben geschraubt, weshalb Argenta am Ende der Geduldsfaden gerissen ist. Das Bebauungsplanverfahren soll neun Jahre gedauert haben,

Die CSU nimmt unterdessen auch OB Dieter Reiter (SPD) in die Pflicht: „Was hat er unternommen, um den Grundstückseigentümer dazu zu bewegen, die Idee, in der Parkstadt überwiegend Wohnungen statt Gewerbeeinheiten zu errichten, zur Umsetzung zu bringen?“, heißt es in der Anfrage. 

Zuletzt gab es auch immer wieder Klagen von Anwohnern über gravierende Parkplatzprobleme in der Parkstadt Schwabing. Pendler belegen die Stellplätze der Anwohner, was sich wohl kaum bessern dürfte, wenn nun weitere Büroflächen entstehen. Auch Hotelgäste suchen in der Parkstadt nach einem Abstellplatz für ihr Auto

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