Pitschnass getanzt

Bitter! Kocherlball feiert sein 30. Jubiläum im Regen 

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Tanzen im Starkregen: ein Bild vom Kocherlball 2019 am Chinesischen Turm.

Am Sonntag feiert der Kocherlball sein 30. Jubiläum – vor 115 Jahren wurde er verboten. Heute ist er ein Kult-Event mit Tradition, der auch viele Jugendliche anlockt.

Update vom 21. Juli 2019: München tanzt und feiert beim Kocherlball und trotzt damit dem Regen, der seit den Morgenstunden anhält. Auch, wenn das beim einen oder anderen doch ein wenig auf die Stimmung drücken dürfte.

Die bittere Nachricht: Eine wirkliche Besserung bis zum Ende um 10 Uhr ist laut Wetterradar nicht in Sicht.

Münchener Kocherlball feiert sein 30. Jubiläum - Der früheste Tanz der Stadt

München - Es gibt nicht viele Tage im Jahr, an denen die Jugend freiwillig um vier Uhr aufsteht, sich Dirndl oder Lederhosen überstreift, um sich dann bayerischen Volkstänzen hinzugeben. An einem Sonntag im Juli passiert seit 30 Jahren aber genau das. Dann ist Kocherlball.

Kocherlball feiert sein 30. Jubiläum im Regen - die Bilder mit vielen Promi-Gästen

Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf.
Der Kocherball feiert am Sonntag in München sein 30. Jubiläum. Die Bilder mit vielen Promis drauf. © Hoffmann

Der Kunsthistoriker Pankraz Freiherr von Freyberg (75) bekam im Jahr 1989 eine gewaltige Aufgabe: Er sollte sich als künstlerischer Leiter ein Festprogramm zum 200. Jubiläum des Englischen Gartens einfallen lassen. Da erinnerte er sich an die muntere Zusammenkunft der Kocherl, die sich am Ende des 19. Jahrhunderts jeden Sonntag im Sommer zum Tanzboden trafen. Die Kocherl, also die Hausangestellten der feinen Herrschaften, kannten keinen Feierabend. Ihre Arbeitstage waren 24 Stunden lang. Nur am Sonntag, wenn die Herrschaften in der Kirche waren, hatten sie ein wenig Zeit, sich zu vergnügen. Das taten sie im Sommer jeden Sonntag in aller Herrgottsfrühe. Doch schon bald wurden die Sittenwächter aufmerksam. 1904 verboten sie den Tanzboden, nachdem sie gesehen hatten, was die Kocherl zwischen den Tänzen im Gebüsch miteinander trieben.

Heute kommen die meisten Tänzer in bayerischer Tracht zum Ball.

Am 16. Juli 1989 um sechs Uhr in der Früh fand er dann statt, der erste neuaufgelegte Kocherlball. „Selbst Leute, die das Ganze mit mir organisiert hatten, glaubten nicht so recht, dass überhaupt jemand kommt“, erinnert sich von Freyberg. Und doch: 1000 Besucher kamen zum ersten Ball. Heute sind es 10 000. Besonders junge Leute zieht der Ball an. „Die Jugend interessiert sich wieder für Tradition“, sagt Kocherlball-Sprecherin Ursula Seeböck-Forster. Die Jungen suchten in der modernen Welt von heute nach ihren Wurzeln. Und diese leben dann die jungen Leute eben auch auf dem Kocherlball aus.

Der Kocherlball war einst das Fest der Hausbediensteten – dadurch lassen sich viele Gäste inspirieren.

Ex-Wiesnchefin über den Kochelball: Münchnerisches Fest

Frau Weishäupl, Sie waren 27 Jahre lang verantwortlich für den Münchner Tourismus. Wen trifft man heute auf dem Kocherlball: traditionsbewusste Münchner oder schaulustige Touristen?

Der Kocherlball ist eine sehr münchnerische Veranstaltung. Menschen aus der Stadt und drumherum sind die Hauptdarsteller auf dieser ungewöhnlichen Bühne. Sollten sich ein paar Touristen verlaufen, werden sie unter Kerzenleuchtern und bei bayerischer Speis und Trank integriert.

Hatten Sie damit gerechnet, dass gleich beim ersten Ball 1989 um die 1000 Frühaufsteher mit Ihnen das Tanzbein schwingen?

Ich habe am Anfang nicht geglaubt, dass sich die Großstadtbevölkerung auf eine Tanzerei um vier Uhr früh – manche kommen schon um diese Zeit – einlässt. Und dass es in 30 Jahren 10 000 sein werden. Ein Hoch auf die Haberl-Gastronomie, das Kulturreferat mit seinen Tanzlehrern und den Ideengeber Pankratz Freiherr von Freyberg!

Gabriele Weishäupl war Münchens Tourismuschefin.

Hat die bayerische Tradition, die Tänze und die Volksmusik, in der modernen Stadtgesellschaft noch ausreichend Platz?

Ja, und es gibt einen deutlichen Aufwärtstrend in den letzten Jahren. Vonseiten der Stadt haben wir viel dazu beigetragen, zum Beispiel auf der Oidn Wiesn, den Dulten, dem Christkindlmarkt, dem Stadtgeburtstag. Der Zeitgeist weht positiv, es zeigt sich ein Gegentrend zur Globalisierung.

Der Ball wurde 1904 aufgrund „mangelnder Sittlichkeit“ verboten. Geht es heute gesitteter zu?

1904 regierte die Prüderie des Kaiserreichs, die „Jahrhundertwende-Moral“ sogar in Bayern. Das Kocherl und der Kammerdiener hatten nicht viele andere Möglichkeiten, als sich auf dem Tanzboden in die Büsche zu schlagen. Der Sittlichkeit des heutigen Kocherlballs habe ich bisher noch keine Aufmerksamkeit gewidmet, heuer schaue ich aber genau hin.

Was sollten die Besucher heuer tragen? Kostüm, Tracht oder Jeans und Turnschuhe?

Kommt in Tracht oder Kostüm und werdet damit Teil des Festes – auch optisch

Lesen Sie auch: E-Scooter-Wahnsinn im Englischen Garten - Parkchef schlägt Alarm: „Die müssen hier raus!“

Severin Heidrich

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