Unter Tränen

Nach brutaler Messerattacke in Pizzeria: Jetzt spricht das Opfer

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Enver K. soll die dreifache Mutter mit einem Taschenmesser attackiert haben.

Im vergangenen August wurde die 37-Jährige Zejnepe K. von ihrem Mann in einer Pizzera niedergestochen. Nur eine Not-OP rettet ihr das Leben. Jetzt sagt sie vor Gericht aus - und bricht immer wieder in Tränen aus.

Es war der schlimmste Tag ihres Lebens, und sie hat ihn nur knapp überlebt. Am 10. August 2016 wurde Zejnepe K. (37) von ihrem Mann niedergestochen. In einer Schwabinger Pizzeria hatte Enver K. (38) die dreifache Mutter mit einem Taschenmesser attackiert. Von hinten stach er mehrfach zu und verletzte Zejnepe K. schwer.

Wegen versuchten Mordes wird ihm seit Montag der Strafprozess am Landgericht gemacht. Am Freitag sagte das Opfer aus. „Ich habe immer noch starke Schmerzen“, berichtete Zejnepe K., die von der Zeugenbetreuungsstelle unterstützt werden musste, damit sie überhaupt aussagen konnte. Denn sie ist schwer traumatisiert. Auch zehn Monate nach der Tat leidet ihre Seele, Zejnepe K. braucht intensive psychologische Hilfe.

Nur eine Not-Operation rettete ihr das Leben

Täglich muss sie auch Medikamente gegen die körperlichen Folgen des Angriffes nehmen. Denn die Stich-Verletzungen an Hals und Stirn waren schwer, eine Not-Operation rettete ihr das Leben. Bis heute habe sie noch Taubheitsgefühle und sei im Alltag stark eingeschränkt, sagte sie aus. „Ich habe immer noch große Angst.“

Der Tatort in Schwabing.

Wie sehr der Prozess sie belastet, ist deutlich zu spüren. Immer wieder bricht Zejnepe K. in Tränen aus. Der Vorfall vom August 2016 lässt sie nicht los. Ihr Vertrauen ist weg, seit der eigene Mann sie verletzt hat – von hinten, vor den Augen mehrerer Mitarbeiter. „Ich habe leider kaum Erinnerungen an diesen Tag“, sagt die 37-Jährige und schluchzt laut. Wahrscheinlich zum Schutz hat ihr Gehirn den Angriff verdrängt. Bruchstückhaft erinnert sie zwar einzelne Szenen, aber dem Gericht hilft das kaum weiter.

Zum Glück hatte eine Videokamera alles gefilmt

Zum Glück hatte die Videokamera der Pizzeria die Messer-Attacke gefilmt. Auf den minutenlangen Aufnahmen, die bereits am ersten Verhandlungstag öffentlich im Gerichtssaal gezeigt wurden, ist deutlich zu sehen, wie Enver K. mehrfach auf seine Frau einsticht. Ohne, dass einer der Pizzeria-Mitarbeiter ihr zu Hilfe kam oder später Erste Hilfe leistete. Immerhin: Sie wählten später den Notruf. „Ich wollte ihr nur Angst machen“, behauptet Enver K. Die Staatsanwaltschaft sieht die Tat als versuchten Mord. Nächste Woche wird der Prozess fortgesetzt.

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