Seit fünf Monaten

Nach Feuerkatastrophe: Freiwillige Feuerwehr Freimann wartet noch auf Halle

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Markus Brunner (Mitte) mit Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr an dem Platz, wo einst die Fahrzeughalle stand. 

Fast fünf Monate, nachdem Flammen in Freimann die Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr zerstörten, ist die Fläche noch immer leer. Und nun kommt der Winter. 

München - Längst sollte eine Leichtbauhalle Ersatz bieten. Doch der Bau stockt. „Es ist ein Stück Heimat, das immer noch fehlt“, sagt Abteilungsleiter Markus Brunner. Jetzt stellte auch die CSU im Stadtrat wegen der fehlenden Halle einen Antrag an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Nach der Feuerkatastrophe musste die Halle abgerissen werden

Wie berichtet, vernichtete Mitte Juli ein Brand die Halle mitsamt zwei Fahrzeugen, einem Anhänger und der Schutzausrüstung von 45 Einsatzkräften. Das Gebäude musste abgerissen werden. Zwei Fahrzeuge standen durch einen glücklichen Zufall nicht in der Halle.

Feuerwehr ist einsatzbereit?

Inzwischen machen sich auch Bürger in Freimann Sorgen. „Was ist denn jetzt, wenn es hier brennt?“, will eine Anwohnerin wissen. „Wo sind denn die Fahrzeuge hingekommen? Freimann hat nicht umsonst eine eigene Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr mit vielen engagierten Ehrenamtlichen“, sagt die Freimannerin, die namentlich nicht genannt werden will.

Brand bei der Freiwilligen Feuerwehr Freimann

Sorgen, sagt Abteilungsleiter Markus Brunner, müsse sich kein Bürger machen. „Es besteht keine Gefahr. Natürlich kommen wir, wenn es brennt.“ Doch zurzeit ist alles umständlicher. Da die Fahrzeuge bei diesem Wetter nicht draußen stehen können, hat die Feuerwehr sie nach Fröttmaning auf das Gelände der Stadtwerke München gebracht. „Zum Glück konnten die Stadtwerke eine Halle freiräumen“, sagt Brunner. „Im Moment können wir nur von Fröttmaning aus ausrücken.“ Wenn der Alarm losgeht, treffen sich einige der Feuerwehrler in Freimann und fahren dann nach Fröttmaning oder starten gleich von zu Hause aus in Privatautos zum Stadtwerkegelände.

Brand bei der Freiwilligen Feuerwehr Freimann

Leichtbauhalle sollte eigentlich längst stehen

Eigentlich sollte die Leichtbauhalle längst stehen. „Sie sollte da sein, bevor der Winter kommt“, sagt Brunner. „Man kann ja die Feuerwehr hier nicht einfach außer Dienst stellen, es hat ja einen Grund, dass sie da ist, wo sie ist.“ Es sei schwer, die Mannschaft zu motivieren, wenn diese das Gefühl habe, es geht nichts vorwärts. „Für viele ist die Feuerwehr ihr zweites Zuhause.“

Auch die CSU-Fraktion im Stadtrat mahnt, dass die Feuerwehr schnell eine provisorische Fahrzeughalle brauche. Das Angebot eines Feuerwehrmannes, „zum Selbstkostenpreis Schutt und Hallenreste zu beseitigen und umgehend eine Traglufthalle aufzustellen, wurde von der Verwaltung mit dem Hinweis auf eine Ausschreibungsverpflichtung der Arbeiten – die ein vermutlich um ein Vielfaches teureres Ergebnis bringt – abgelehnt“, schreibt die CSU in dem Antrag. Hier gehe offenbar Bürokratie vor Sicherheit. Die CSU will nun von OB Reiter wissen, warum die Umsetzung einer Behelfslösung so lange dauert. Zudem fragt sie, ob Reiter mit dem Vorgang befasst wurde und warum nicht mit einer dringlichen Anordnung gearbeitet wurde. Außerdem interessiert sie, welche Unterstützung es für die Ehrenamtlichen seitens der Stadt gibt.

Stadt muss einen Auftrag ausschreiben

Aus dem Kommunalreferat heißt es, dass die Stadt einen Auftrag immer ausschreiben müsse, ganz gleich, ob Dringlichkeit vorliege oder nicht. „Uns war allen klar, dass es in diesem Fall schnell gehen muss“, sagte Sprecher Bernd Plank auf Anfrage. In diesem Fall handle es sich nicht um eine Standard-Leichtbauhalle, da viel Technik und Elektronik verbaut werden müsse. „Verzögerungen hat es gegeben, da die Firma, die den Auftrag bekommen hat, noch beim Brandschutz nachbessern musste“, erklärt Plank. Diese Woche geht es aber nun endlich weiter. „Wir haben mit dem Aushub begonnen.“

Mitte Februar soll die Leichtbauhalle fertig sein. Um den Bürgern zu zeigen, dass ihre Feuerwehr noch da ist, auch, wenn es gerade nicht danach aussieht, hat die Feuerwehr am vergangenen Freitag eine Weihnachtsfeier für alle veranstaltet.

Von Stefanie Wegele

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