Neue Bar in Schwabing

Café Bangkok: Erst der Name, dann das Konzept

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In der roten Lounge im hinteren Teil der Bar machen es sich auch die Chefs Stephan Friesinger (li.) und Konstantin Irnsperger gerne mal gemütlich.

München - Wo mehr als 20 Jahre lang das „Lardy“ war, ist nun das Café Bangkok zu finden, das einen Hauch Thailand verströmt. 

Am Anfang war der Name. Café Bangkok. So sollte die neue Bar heißen, da waren sich Stephan Friesinger, Konstantin Irnsperger und Alexander Protz schnell einig. Und die grün-silber-changierende Dschungeltapete sollte unbedingt einen Platz an der Wand finden, auch das war von Anfang an klar. Allein: Keiner der drei Männer war je in der thailändischen Hauptstadt gewesen.

Und so machten sich Stephan Friesinger und Alexander Protz Ende Oktober für ein paar Tage auf nach Bangkok. Inspiration sammeln für die Bar. Friesingers Reise-Resümee: „Das war die totale Reizüberflutung“, sagt er und lacht. Der Verkehr, die vielen Menschen, die Märkte, die Gerüche... In Anlehnung an die flirrende 8-Millionen-Einwohner-Stadt haben die Männer im Café Bangkok nun einige Neon-Schriftzüge an die Wand gehängt. Die Drinks werden in Ananas-Tassen und Kokosnüssen serviert.

Im November eröffneten sie das Café Bangkok an der Leopoldstraße 49, eine Adresse, an der mehr als 20 Jahre lang das „Lardy“ zu finden war. Zu den besten Zeiten der Tapas-Bar parkte dort schon mal Oli Kahn, damals noch Bayern-Torhüter, mit seinem Sportwagen vor der Tür. „Jeder Münchner verbindet etwas mit dem Lardy, irgendeine lustige Geschichte“, sagt Stephan Friesinger. Aber auch die bekanntesten Läden haben irgendwann ihren Zenit überschritten. Um das Lardy war es ruhig geworden in den vergangenen Jahren. Höchste Zeit also für etwas Neues.

Friesinger, Irnsperger und Protz haben die roten Pflastersteine in der Kellerbar geweißelt, Holzboden und Küche erneuert. Im Eingangsraum klebt nun besagte Dschungeltapete an der Wand und in einer Nische im Hinterraum lädt eine rote Lounge-Ecke mit Kissen und Lampions zum Verweilen ein. Dennoch wirkt der Laden nicht überladen, sondern lässig. Das Helle (0,3 Liter) gibt es für 3,50 Euro. Es kommt von Ayinger, der Brauerei gehört die Immobilie. Von den Cocktails (10,50 Euro) empfiehlt Friesinger den „Geisha“ mit Wodka, Litschi-Likör, Zitronensaft, Maracujasaft und Himbeersirup. Irnsperger trinkt am liebsten den „Sake Smash“ mit japanischem Reiswein, Limettensaft, Ingwersirup und Minze.

Die neuen Betreiber kennen sich aus (in) der Münchner Gastroszene. Konstantin Irnsperger und Alexander Protz betreiben unter anderem zusammen die Bar „Frauen 26“ an der, nun ja, Frauenstraße 26 in der Altstadt. Friesinger war Betriebs- und Geschäftsleiter im „Heart“ am Lenbachplatz. „Wir hatten Lust auf die Leopoldstraße, weil sich hier viel verändern wird in den nächsten Jahren“, sagt Irnsperger.

Ja, Schwabing befindet sich mal wieder im Umbruch. Erst vor kurzem schloss – ebenfalls an der Leopoldstraße – das „Roxy“, das es seit den 80er-Jahren gab, und an der Feilitzschstraße haben junge, innovative Gastrobetriebe die alten Boazn verdrängt. Clean Eating statt Piña Colada.

Das Café Bangkok befindet sich derzeit in der Testphase, wie Friesinger erklärt. Noch gibt es nur Drinks, aber bald soll es dazu auch kleine Gerichte geben, spätestens im Sommer wenn die Männer auch noch die Terrasse mit 80 Sitzplätzen öffnen. Ihr Glück: Sie konnten die 23-Stunden-Konzession vom Vorgänger übernehmen – was nicht heißt, dass sie auch rund um die Uhr öffnen wollen. „Aber wir könnten, wenn wir wollten“, sagt Friesinger und lacht.

Das Café Bangkok an der Leopoldstraße 49 in Schwabing hat Dienstag bis Samstag ab 19 Uhr geöffnet. Donnerstags, freitags und samstags legen DJs auf.

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