Münchner Architekten bekommen Zuschlag

Bayerischer Rundfunk: So soll der Neubau aussehen

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Die Architekten ­Aslan Tschaidse (li.) und Rüdiger Fritsch vor ihren Entwürfen für den neuen Hauptstandort des BR in Freimann.
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Der neue BR besteht aus zwei Gebäudeteilen: dem Aktualitätenzentrum mit Newsroom und Nachrichtenredaktionen ...
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... und dem sogenannten Wellenhaus, in dem die Radiosender untergebracht sind.
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Das Gebäude wird dreistöckig gebaut - große Fensterfronten sorgen für viel Licht. Ein Besucherzentrum und einen Kindergarten wird es ebenfalls geben.

München - Es ist entschieden: Das Münchner Architekturbüro Fritsch + Tschaidse wird den neuen Hauptstandort des Bayerischen Rundfunks in Freimann gestalten.

Sein Entwurf hat sich unter insgesamt 61 Bewerbungen durchgesetzt. Bis 2021 soll der Umbau, für den ein Finanzrahmen von 160 Millionen Euro angesetzt ist, realisiert werden. In der tz erklären die Geschäftsführer Rüdiger Leo Fritsch und Aslan Tschaidse, wie das neue Zentrum aussehen wird, in dem rund 1000 Menschen arbeiten werden.

Herr Fritsch, Herr Tschaidse, Glückwunsch zum Zuschlag! Wo liegt der Reiz für Sie als Architekten, den Umbau des BR zu gestalten?

Aslan Tschaidse: Der Grundgedanke, der über allem steht, ist die trimediale Vernetzung. Der BR will seine Bereiche Fernsehen, Radio und online ja an einem Standort in Freimann zusammenziehen. Das ist, nach unserer Einschätzung, absolut richtig. Aber es ist auch ein großer Schritt, schließlich verlässt der BR – jedenfalls zu großen Teilen – sein sehr geschichtsträchtiges und wichtiges Gebäude mitten in München. Unser Ziel musste also sein, den neuen Standort höchst attraktiv zu gestalten, in erster Linie natürlich für die Mitarbeiter. Das ist eine große und reizvolle Aufgabe.

Rüdiger Fritsch: Gerade bei den Themen Digitalisierung und Vernetzung darf der Mensch nicht vergessen werden. Für uns war es zum Beispiel ein ganz wichtiger Punkt, dass es für die Mitarbeiter in Freimann Möglichkeiten gibt, sich zu treffen, miteinander zu kommunizieren, dass sie neben der „normalen“ Arbeit einen hohen Erlebniswert haben. Man muss auch mal aussteigen können, wenigstens für kurze Zeit – um danach konzentriert weiterzumachen.

Der BR ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt. Da muss stärker aufs Geld geschaut werden … 

Rüdiger Fritsch: Das ist klar, und das ist vom BR übrigens auch sehr deutlich formuliert worden.

Aslan Tschaidse: Gerade in diesem Bereich haben wir aber hinlänglich Erfahrung, weil 90 Prozent unserer Aufträge für die öffentliche Hand sind. Wir stehen für einen hohen architektonischen Anspruch, können aber trotzdem wirtschaftlich arbeiten. Der finanzielle Aspekt ist bei so einem Projekt enorm wichtig.

Wie sieht der neue BR in Freimann nun aus?

Rüdiger Fritsch: Das städtebauliche Konzept sieht einzelne Baufelder vor, die wie Flöße in den Isarauen um eine grüne Insel schwimmen. Der erste Bauabschnitt besteht aus einem Gebäude mit zwei Teilen: dem Wellenhaus, wo alle Radiosender untergebracht sind. Und dem Aktualitätenzentrum mit dem Newsroom und Nachrichtenredaktionen.

Aslan Tschaidse: Diese beiden Gebäudeteile sind durch ein „Gelenk“ miteinander verknüpft, das gleichzeitig der Eingang ist. Hier kommen die Mitarbeiter an, hier findet Kommunikation statt. Überhaupt ist alles sehr offen und transparent gehalten. Man hat von überall auch einen Blick nach draußen – entweder in die begrünten Innenhöfe oder in Richtung Isarauen.

Rüdiger Fritsch: In einem weiteren Bauabschnitt wird dann ein drittes Gebäude hinzukommen mit Fernsehstudios – den Abteilungen, die zurzeit noch in Unterföhring untergebracht sind. Der Standort wird ja geschlossen werden.

Aslan Tschaidse: Wichtig war uns vor allem eines: Dieser Bau ist aus heutiger Sicht natürlich innovativ. Aber er soll auch veränderbar bleiben. Deswegen haben wir eine modulare Struktur gewählt, das heißt, die einzelnen Bereiche lassen sich relativ leicht neu anordnen, austauschen. Man weiß ja nie, was in 20 Jahren ist. Die Medienwelt verändert sich so rasant, und unsere Planung berücksichtigt diesen Aspekt. Es gibt noch Entwicklung­spotenzial.

Interview: Stefanie Thyssen

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