Park-Chaos rund um die Allianz Arena 

Wapperl-Plan gegen Bayern-Fans

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Auch eine Demonstration , bei der Anwohner am Zirbelweg die Autofahrer ansprachen, brachte keine Besserung.

München - Spielt der FC Bayern in der Allianz Arena, ist in den umliegenden Stadtvierteln Parkchaos. Besonders betroffen sind die Freimanner. Mit Wapperln für Anwohner-Autos sollen Fans nun aus dem Viertel ferngehalten werden. Die Umsetzung wirft aber Fragen auf.

Nur eine Station ist es mit der U-Bahn vom Kieferngarten nach Fröttmaning zur Arena. Auch zu Fuß ist die einen Kilometer lange Strecke zu bewältigen. Viele Fans stellen darum gerne ihr Auto in Freimann ab, um sich Parkhaus-Gedränge und -Gebühr am Stadion zu sparen. Entsprechend wälzt sich bei jedem Heimspiel der Bayern eine Blechlawine durch die Straßen zwischen dem U-Bahnhalt Kieferngarten, Carl-Orff-Bogen und Heidemannstraße. Seit Jahren klagen die Anwohner, sogar demonstriert haben sie schon – passiert ist nichts.

Auch die Polizei kennt die Klagen: Immer wieder gibt es Anrufe von Anwohnern, die sich über zugeparkte Einfahrten und Grünflächen beklagen – und darüber, dass sie an Spieltagen selbst keinen Parkplatz finden. Mehr als Falschparker aufzuschreiben oder im Extremfall abschleppen zu lassen, kann die Polizei aber nicht tun. Fahrzeuge, die regulär geparkt sind, sind schlichtweg nicht zu beanstanden.

Nun gibt es offenbar eine neue Idee, die die Freimanner hoffen lässt. Wie unsere Zeitung erfahren hat, gibt es Überlegungen, an Anwohner Wapperl auszugeben, die sie an ihre Windschutzscheibe kleben können und sie als Kieferngartler kennzeichnen. An Heimspieltagen sollen an den Zufahrtsstraßen ins Viertel Straßenposten Autos mit auswärtigen Bayern-Anhängern an der Zufahrt hindern.

Werner Lederer-Piloty (SPD), Chef des Bezirksausschusses Schwabing-Freimann, bestätigt, dass der Wapperl-Plan derzeit diskutiert wird. „Die Idee kam vom FC Bayern“, sagt er. „In den kommenden Wochen soll es einen gemeinsamen Termin von Verein und Stadt geben, bei dem Details vorgestellt und diskutiert werden sollen.“

Denn so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist die Umsetzung nicht. Wohl noch nicht geklärt ist, wer diese Straßenposten stellen und bezahlen soll. Die Stadt oder der Verein? Aufgabengebiet der Polizei wäre dies zumindest nicht. Noch entscheidender dürfte die Frage sein, auf welcher Rechtsgrundlage man Auswärtige aus dem Viertel heraushalten will. Denn spätestens, wenn der Fahrer einen halbwegs plausiblen Grund jenseits des Fußballs nennt, warum er in das Gebiet fahren möchte, wird man ihm das nicht verwehren können. auch wenn der Besuch eines Freundes nur erfunden ist.

Die Stadion GmbH kommentiert den Wapperl-Plan ausweichend. In einer schriftlichen Antwort teilt die Geschäftsleitung mit: „Die Stadion GmbH hat in den bisherigen Genehmigungsverfahren den Nachweis gebracht, dass für alle Veranstaltungen ausreichende Parkkapazitäten auf dem Grundstück der Allianz Arena zur Verfügung stehen.“ In welcher Form in umliegenden Wohngebieten auf den Parksuchverkehr reagiert werde, sei Sache der Stadt. Die Stadion GmbH habe aber immer ihre Bereitschaft erklärt, die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Konkrete Fragen zum Thema Wapperl beantwortete die Stadion GmbH nicht..

Fest steht: Ein Parklizenzgebiet wird es am Kieferngarten nicht geben. Der Parkplatzschlüssel – ein Parkplatz pro Wohneinheit – ist in Freimann grundsätzlich erfüllt. Und: Das Parkproblem tritt nur bei Bayern-Heimspielen auf, also an einzelnen Tagen. Bei Partien des TSV 1860 München ist der Andrang deutlich kleiner, das Parkproblem kaum vorhanden.

Sven Rieber

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