"Mir tut heute noch alles weh"

Rentner-Räuber gefasst - Opfer spricht in der tz

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Iulian I (kl. Bild li.) und Ruse C. (kl. Bild re.) überfielen Georg R.

München - Georg R. wurde im Juni überfallen und schwer verletzt. Die Polizei hat den Täter inzwischen geschnappt. Jetzt spricht das Opfer gegenüber der tz.

Einer der übelsten Raubüberfälle des Jahres ist geklärt: Ein europaweit gesuchter Raubmörder hat im Juni einen Münchner Rentner (67) überfallen und schwer verletzt. Der Rumäne Iulian I. (25) gehört offenbar zu einer Mörderbande, die seit Jahren in ganz Europa Senioren beim Geldabheben beobachtet, bis zur Haustür verfolgt und sie dort mit völlig unnötiger Brutalität zusammenschlägt und beraubt. Bei einem dieser Überfälle starb am 13. Juli in Berlin die Rentnerin Ingeburg L. (89), ihre Tochter Marie-Luce (63) wurde schwer verletzt. Die Täter überraschten die beiden Frauen beim Mittagsschlaf. Am 9. August wurde I. in Athen geschnappt. Dabei fand man Papiere bei ihm, die belegten, dass er am 27. Juni dieses Jahres in München war.

Mitte Juli dann veröffentlichte die Münchner Polizei Fotos von zwei zunächst unbekannten Räubern, die am 27. Juni den Rentner Georg R. (67) in Freimann überfallen hatten. Er hatte an diesem Tag einen Stadtbummel gemacht und bei seiner Bank am Hauptbahnhof noch 1100 Euro abgehoben, bevor er mit U-Bahn und Bus heimfuhr. Dabei merkte er zunächst nicht, dass ihm längst zwei Männer folgten – der extrem gefährliche Iulian I. und sein Komplize Ruse C. (26). Die Räuberbande, zu der die beiden Männer gehören, war bereits in Griechenland, Spanien, Dänemark, Ungarn, Rumänien und Tschechien aktiv. In Deutschland hatten die Männer im Juni bereits Überfälle in Freiburg, Hamburg und Kassel verübt.

Rentner Georg R.: "Mir tut noch heute alles weh"

Nun folgten sie dem ahnungslosen Georg R. Im Durchgang eines Hauses am Werner-Egk-Bogen verstellten ihm die Männer den Weg. „Ich bin ganz langsam an ihnen vorbeigegangen. Ich wollte sie nicht provozieren,“ erzählte R. der tz am Freitag. Doch gegen diese beiden hatte der Rentner keine Chance. Ein brutaler Faustschlag traf ihn ins Gesicht. Er stürzte, wurde getreten und krümmte sich vor Schmerzen. „Mir tut noch heute alles weh“, berichtet Georg R. Speziell die rechte Gesichtshälfte ist seit dem Schlag sehr empfindlich.

Die Männer entrissen ihm seine Umhängetasche, in der insgesamt 1700 Euro waren. Mit so viel Geld würde der Rentner nach dieser Erfahrung heute nicht wieder herumlaufen.

Eine Schülerin (11) rief die Polizei, doch die Räuber entkamen. Georg R. lag tagelang im Krankenhaus, erkannte die Täter auf Fotos der Überwachungskamera im Bus. I. war längst nach Berlin geflohen, wo er die Rentnerin tötete. Im August wurde er in Kipseli bei Athen gefasst und im November nach Berlin ausgeliefert. Auch Ruse C. sitzt in U-Haft.

Dorita Plange, Nemanja Markovic

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