Münchens älteste Gotteshaus

Der Retter von Heilig-Kreuz ist tot

+
Ludwig Maile († 86) rettete die Fröttmaninger Kirche.

München - Er hat ein Leben lang für die Heilig-Kreuz-Kirche am Fröttmaninger Berg gegenüber der Allianz Arena gelebt. Jetzt wird der Mann, der das älteste Gotteshaus Münchens vor dem Abriss bewahrt hat, eben dort seine letzte Ruhe finden.

Erst am Wochenende hatte die tz über die Hüter der ewigen Kirche berichtet, am Montag ist der langjährige Kichenpfleger Ludwig Maile im Alter von 86 Jahren verstorben. „Mein Mann war schwer krank und schon seit Mitte Januar im Krankenhaus“, erzählt die Witwe Hildegard (83) der tz. Am Montagmittag sei Ludwig Maile schließlich auf der Palliativstation des Schwabinger Krankenhauses gestorben. „Unsere Kinder und ich konnten uns in Ruhe von ihm verabschieden.“ In den kommenden Tagen werde Maile nun an seiner ehemaligen Wirkungsstätte beerdigt. „Das Grab hat mein Mann ausgesucht. Es ist ein Doppelgrab auf der Süd­seite des Friedhofs nahe an der Kirche – genau da, wo mein Mann immer Führungen veranstaltet hat.“

Das kleine Kircherl am Schuttberg, das bereits 815 vor Gründung des Ortes München urkundlich erwähnt wurde – ohne Maile würde es nicht mehr stehen. Um das 12. Jahrhundert herum wurde sie als Wehrkirche mit kleinen Schießscharten und dicken Mauern nach einem Brand neu aufgebaut. In den 1960er-Jahren, als das Autobahnkreuz A9/A99 gebaut wurde, sollte dieses ursprünglich genau hier verlaufen. Ludwig Maile ging auf die Barrikaden, mobilisierte die Bürger und erreichte schließlich, dass das Straßenkreuz weiter nördlich gebaut wurde. Der Münchner ließ die gerettete Kirche neu renovieren und den Friedhof wieder in neuem Glanz erstrahlen. Für Mailes Familie ist es in der Trauer ein großer Trost, dass ihr Ludwig genau dort, wo er sich so wohl gefühlt hat, den ewigen Frieden findet.

nba/fk

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion