In der Herzogstraße in Schwabing

Dieses Haus vergammelt - Anwohner außer sich!

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Maximilian Heisler (v.l.) vom Bündnis bezahlbares Wohnen sowie die Nachbarn Gabriela Weitenauer, Lisa Fuhr und Axel Dieks wollen den Abriss des Altbaus in der Herzogstraße verhindern

München - Ein Haus in der Herzogstraße in Schwabing soll abgerissen werden. Der Grund: Das Haus ist völlig vergammelt und eine Sanierung laut Eigentümer unzumutbar. Die Anwohner sind empört, denn ein Neubau bringt viele Nachteile mit sich.

Aufregung in Schwabing: In der Herzogstraße soll ein Altbau mit rund 24 Wohnungen abgerissen werden, nur einen Block weiter von OB Christian Udes Wohnhaus. Geplant ist hier ein Neubau. Die Anwohner und Bürgerinitiativen gehen auf die Barrikaden.

„Da was hier geplant ist, ist unakzeptabel,“ echauffiert sich Gabriela Weitenauer, die im Nachbarhaus wohnt und mit weiteren Anwohnern gegen den Neubau vor der Haustür kämpft. Der hat die Hausnummer 49 und wirkt herunter gekommen, eine graue Maus inmitten der renovierten Schwabinger Altbauten.

"Wohnungen stehen dort zum Teil schon seit zehn Jahren leer"

Dieser Altbau in der Herzogstraße in Schwabing soll abgerissen werden.

„Die bisherigen Besitzer haben das Haus verkommen lassen“, schimpft Axel Dieks, ebenfalls Bewohner des Nachbarhauses. „Die Wohnungen stehen dort zum Teil schon seit zehn Jahren leer“, berichtet Max Heisler vom Bündnis für bezahlbares Wohnen. Vor zwei Jahren wurde die letzte Wohnung geräumt

Jetzt soll ein Neubau entstehen mit 24 Wohnungen, der größer wird als das bisherige Haus und ein Geschoss mehr zählen soll. Die Rede ist von 24 Wohnungen, acht mehr als jetzt. Das Haus soll zudem vier Meter mehr Garten beanspruchen und auch seitlich dem Nachbarhaus auf die Pelle rücken. „Damit nimmt man uns Licht und Belüftung“, schimpft Weitenauer. „Das bedeutet eine deutliche Wertminderung.“

Eigentümer: Gutachten belegt, dass Sanierung unzumutbar ist

Das Haus gehört dem Erben des ehemaligen Besitzers, der seinen Bruder ausgezahlt hat und einen neuen Partner zur Finanzierung des Neubaus ins Boot geholt hat. „Leider wollte mein Bruder das Haus lange nicht sanieren, so dass es jetzt in einem schlechten Zustand ist“, sagt der Eigentümer der tz. Eine Sanierung sei nicht mehr finanzierbar, darum plane man den Neubau eines Mietshauses. „Familien- und Seniorengerecht“, wie der Bauherr betont. „Es gibt ein Gutachten, das belegt, dass eine Sanierung unzumutbar ist.“ Die Nachbarn sehen das anders: „Das Haus ist über 100 Jahre alt und ein Bestandteil des Denkmalensembles Schwabing“, so Weitenauer. „Wir verstehen nicht, wieso die Stadt und der Bezirksausschuss das einfach durchwinken.“ Und Dieks fügt hinzu: „Bis vor wenigen Jahren lebten hier nicht sehr wohlhabende Menschen zu einer vergleichsweise günstigen Miete. Das wird im Neubau wohl kaum der Fall sein.“

Am Samstag, 14 Uhr, rufen die Anwohner gemeinsam mit der Wählergruppe HUT, dem Bündnis bezahlbares Wohnen und den Altstadtfreunden Münchens zu einer Kundgebung vor dem Anwesen in der Herzogstraße 49 auf.

Johannes Welte

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