Runter vom Gas für unsere Kinder

Eltern grantig: Immer noch kein Tempo 30 am Oskar-von-Miller-Gymnasium

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Achtung Kinder! Weil die Tempo-30-Schilder auf sich warten lassen, haben Eltern selbst gelbe Plakate aufgestellt.

An einem Gymnasium im Münchner Norden ist die Verkehrssituation besonders heikel. Warum wird der rasante Verkehr an der Kreuzung vor der Schule mit rund 1000 Kindern nicht gedrosselt?

Die Eltern der Schüler des Oskar-von-Miller-Gymnasiums haben genug! Jeden Schultag müssen sie um die Gesundheit ihrer Kinder zittern. Der Grund: Seit September ist die Schule in einem Interimsbau untergebracht – an der vielbefahrenen Kreuzung von Ungerer- und Domagk­straße. Eigentlich hätten hier längst Tempo-30-Schilder aufgestellt werden sollen – doch bisher ist nichts passiert. Jetzt haben die Eltern kurzerhand selbst Plakate platziert, um die Autofahrer für die Schüler zu sensibilisieren.

Achtung Kinder! Weil die Tempo-30-Schilder auf sich warten lassen, haben Eltern selbst gelbe Plakate aufgestellt.

Gut 1000 Kinder gehen hier zur Schule, ein Großteil von ihnen kommt mit der U-Bahn oder mit dem Fahrrad. „Kurz vor acht Uhr geht es hier zu wie auf dem Marienplatz“, sagt Elternbeirätin Karin Burger: „Nur, dass hier auch noch Autos fahren.“ Und zwar mit hoher Geschwindigkeit und ohne Bewusstsein dafür, dass hier seit September das Ersatz-Gymnasium steht. Erst im September wurde ein Schüler von einem Auto erfasst, musste im Schwabinger Krankenhaus behandelt werden. „Gerade auf der Domagkstraße erhöhen fast alle Autofahrer beim Anblick der Ampel an der Kreuzung das Tempo – vor allem, wenn sie Grün sehen“, schimpft Schulleiter Peter Schwartze.

Münchens gefährlichster Zebrastreifen: Eltern fürchten um ihre Kinder

Ungerer- und Domagkstraße: Wann werden die Maßnahmen umgesetzt?

Bereits zehn Tage nach Unterrichtsbeginn im September hatte er sich in einem Brief an Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle gewandt. „Die Verkehrssituation macht uns erhebliche Sorgen“, schrieb er damals. Seine Forderung: Tempo 30 auf der Domagk- und der Ungererstraße und Warnschilder, damit Autofahrer merken, dass sie auf eine Schule mit 1000 Schüler zufahren. Bei einer Begehung mit Polizei und KVR einigte man sich auf einen Maßnahmenkatalog. Teil dessen: „Tempo 30, mit Hinweis auf die Schule in der Domagkstraße“, sowie „Gefahrenzeichen ,Achtung Schule‘ in der Ungererstraße“. Zwar wurden die Radfahrstreifen deutlicher mit Rot markiert und die Ampelschaltung zu Gunsten der Fußgänger um drei Sekunden Grün verlängert. „Das freut uns. Entscheidend für die Sicherheit der Schüler ist aber die Geschwindigkeitsbegrenzung“, so Schwartze.

Mindestens vier Jahre lang ist das Oskar-von-Miller-Gymnasium in seinem Interimsstandort an der Kreuzung von Domagk- und Ungererstraße daheim. Im September hatte es bereits einen Unfall gegeben, die Eltern sind besorgt.  

Das KVR teilt auf unsere Nachfrage mit, dass es das Baureferat am 19. November mit der Beschilderung beauftragte ­– vier Tage, nachdem der Bezirksausschuss zugestimmt habe. Das Baureferat kann noch nicht exakt sagen, wann die Schilder aufgestellt werden. Der Grund: bei dem Schild „Achtung, Schule!“, das in der Ungererstraße platziert werden soll, handelt es sich um eine Handanfertigung. Trotzdem sollen die Schilder „innerhalb der nächsten Zeit“ kommen – so das Versprechen.

Im Oktober 2019 kommt es dennoch zu einem tragischen Unglück, als eine Elfjährige von einem Lkw angefahren und eingeklemmt wird.

Betrifft auch die Domagkstraße: Er soll eine neue Tangente in der Stadt schaffen: der Bus 150. Ferner soll die neue Linie die Innenstadt entlasten. 

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Schwabing – mein Viertel“.

M. Kniepkamp

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