In Schwabing

Kult-Kneipe Albatros endgültig geräumt

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Alles raus! Wirt Albert Plötz bei der Räumung am Montag.

München - Albert Plötz ist ein gestandenes Mannsbild. Am Montag aber konnte er die Tränen kaum zurückhalten. Der 67-jährige Wirt musste endgültig seine Kult-Musikkneipe Albatros in der Schwabinger Occamstraße 5 räumen.

Er hatte bis zuletzt gehofft – umsonst. „Das ist mein finanzieller Ruin. Jetzt merke ich, dass der neue Hausbesitzer nie wirklich ein Interesse hatte, die Kneipe zu erhalten.“

Zur Erinnerung: Schon vor Monaten ist das Gebäude luxussaniert worden. Hier stehen 34 Ein-Zimmer-Wohnungen für bis zu 11 000 Euro pro Quadratmeter (qm) zum Verkauf (tz berichtete). Nur das Kellerlokal von Pächter Plötz war bis dato noch so urig wie seit 29 Jahren. Jetzt rücken auch hier die Bagger an und verwandeln ein 100 qm großes Stück Schwabinger Geschichte laut Exposé in einen „modernen Club“ mit 256 Quadratmetern für 1,3 Millionen Euro.

Der bisherige Wirt hatte bis zuletzt versucht, einen Investor zu finden. Nach eigener Angabe will er auch einen gefunden haben – dieser soll aber den Eigentümer Pronesta GmbH für Gespräche nie erreicht haben. Plötz: „Die wollten mir nie eine Chance geben.“ Andreas Bienert von Pronesta hält dagegen: „Es gab nie ein konkretes Angebot von einem Investor.“ Nun werde der Keller ausgebaut, über einen Käufer oder Pächter werde im Lauf des Jahres entschieden. „Dann steht es auch Herrn Plötz frei, sich zu bewerben, wenn er die finanziellen Mittel hat.“

Das einzige, was Wirt Albert Plötz nun bleibt, sind seine vielen Stammgäste. 625 Unterstützer hatten eine Online-Petition gegen die Schließung unterschrieben. Ein Dutzend von ihnen halfen auch bei der Räumung. Mit Hilfe der Münchner sucht Plötz nun eine neue Immobilie fürs Albatros. „Am besten 150 qm in Schwabing, gerne aber auch in einem anderen Viertel. Das wäre meine einzige Rettung.“

NBA

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