Ein ganz besonderes Gemälde

Schwabinger 7: Die Mauer gibt's jetzt auf Leinwand

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Die Schwabinger 7 ist längst ein Stück Zeitgeschichte.

München - Der Künstler und Restaurator Rupert Dorrer (73) aus Bruckmühl hat ein Stück der abgerissenen Traditionskneipe Schwabinger 7 auf Leinwand gemalt. Das Werk wird jetzt versteigert.

Links unten ist der Name „Manila“ eingeritzt, rechts oben eine große „7“, dazwischen jede Menge Namen, Buchstaben, Herzerl und Sterne: Das ist zu sehen auf einem Stück Wand der alten Kultkneipe Schwabinger 7 von Wirt Gerd „Manila“ Waldhauser. Das Ganze ist ein Kunstwerk auf Leinwand. Abgemalt von einem Stück längst abgerissener Mauer der einstigen „Schwasi“. Und dieses Stück Zeitgeschichte wird jetzt versteigert.

Gefertigt wurde das Werk von Künstler und Restaurator Rupert Dorrer (73) aus Bruckmühl (Kreis Rosenheim). Er ist seit vielen Jahren mit Wirt Gerd Waldhauser von der Schwabinger 7 befreundet, jener legendären Kneipe, die für einen Neubau in der Schwabinger Feilitzschstraße abgerissen wurde. „Ich bin mit dem ­Manila als Letzter in die Kneipe und habe die Wand fotografiert. Das war meine Vorlage.“

Die kultige Wand im Nebenraum links vom Eingang: 42 Jahre wurde vor ihr gefeiert, geraucht und getrunken – 42 Jahre haben sich Gäste hier verewigt. Ursprünglich war die Wand schwarz gestrichen, das Kerzenlicht lässt sie auf dem Foto rot und blau leuchten. Eines der Details, auf das Rupert Dorrer bei der künstlerischen Bearbeitung genau geachtet hat.

Zwei Wochen hat er an der 140 auf 72 Zentimeter großen Leinwand getüftelt. Das Bild ist in Schichtenmalerei gefertigt, hier wird ein Werk mit verschiedenen Farbschichten aufgebaut. Dorrer verwendete Naturpigmente, Sand, brannte mehrere Farbtöne auf die Leinwand. „Das ist eine alte Technik, die ich als Restaurator gelernt habe“, erläutert der 73-Jährige.

Für Rupert Dorrer ist das Bild eine Herzensangelegenheit: „Es ist eine Erinnerung an die alte Zeit, eine Rarität für Schwabing-Liebhaber.“ Seinem Freund Manila hat er sein Foto geschenkt, das dieser in der neuen Schwabinger 7 ein paar Häuser weiter in der Feilitzschstraße aufgehängt hat. Sein Kunstwerk aber möchte Dorrer versteigern. Er betont: „Es ist ein Symbol für den Erhalt Schwabings, deshalb spende ich die Hälfte des Erlöses an die Initiative Rettet die Münchner Freiheit – für ein kulturelles Schwabing.“

Das Bild hängt derzeit in Dorrers Galerie in Bruckmühl, hier sind bereits viele Sammlerstücke seines Vater zu sehen, von Künstlern aus dem Chiemgau und dem Inn-Mangfallgau. Das Mindestgebot liegt bei 500 Euro. Interessenten können sich bei Rupert Dorrer melden, Tel. 0152 /38 50 83 50.

Martina Williams

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