Nach Brand in Freimann

So alarmierend sind die Zustände in Münchner Feuerwehrhäusern

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Einen Schaden in Millionenhöhe verursachten die Flammen in der Fahrzeughalle der Freimanner Feuerwehr. Ursache des Brandes war ein technischer Defekt.

Die Münchner Fahrzeughallen sind veraltet, oft gibt es keine Brandmeldeanlagen – Experten fordern Nachrüstung im Zuge von Sanierungen.

München - Keines der 21 Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr in München hat eine Brandmeldeanlage. Das bestätigte die Branddirektion München am Mittwoch auf Nachfrage. Bekannt wurde dies, nachdem ein Feuer in einer Fahrzeughalle in Freimann wie berichtet einen Schaden in Millionenhöhe verursacht hatte.

Die Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr stammen jeweils zur Hälfte aus den 70er- und 80er-Jahren sowie aus den 30er- und 40er-Jahren. Damals war es nicht üblich, Brandmeldeanlagen in Gerätehäuser einzubauen. Allerdings müssen die Fahrzeuge der Feuerwehr ständig am Strom hängen, zudem müssen Akkus in der Ausrüstung betriebsbereit sein. „Wir können ja nicht erst irgendwas laden, wenn wir zu einem Einsatz gerufen werden“, sagt ein Sprecher. Die Technik sei im Laufe der Jahre immer komplexer geworden, das Brandrisiko dadurch höher geworden. Der Brand in der Fahrzeughalle der Freimanner Feuerwehr brach nach aktuellem Ermittlungsstand wegen des technischen Defekts einer Ladebatterie in einem Fahrzeug aus.

Das Problem ist, dass die Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr nicht dauernd besetzt sind. Das heißt, einen Brand in einer Fahrzeughalle bemerkt unter Umständen längere Zeit keiner.

Oft keine Brandmeldeanlagen in den Fahrzeughallen der Feuerwehr

Die Experten bei der Feuerwehr wünschen sich bereits seit Längerem Brandmeldeanlagen in den Fahrzeughallen. „Warum sollte es bei der Feuerwehr weniger brennen als anderswo?“, sagt ein Sprecher. Im Laufe der kommenden Jahrzehnte sollen die Standorte der Feuerwehr modernisiert oder neu gebaut werden. Im Rahmen dieser Erneuerungen hält es die Branddirektion für sinnvoll, den Brandschutz zu verbessern. „Wir werden die Forderung noch mal thematisieren“, betont ein Sprecher.

Ob in die neuen Fahrzeughallen tatsächlich Brandmeldeanlagen eingebaut werden, ist allerdings noch unklar. Nach Angaben des Kommunalreferates werden Neubauten nur dann damit ausgestattet, wenn dies der Brandschutzgutachter bei der Planung fordert. „Wir müssen und wollen hier der Meinung der Experten vertrauen“, erklärt eine Sprecherin auf Nachfrage. „Sollte der Vorbeugende Brandschutz diese Maßnahme für erforderlich halten, werden wir das Weitere veranlassen.“

Derweil ist noch unklar, wann die Fahrzeughalle in Freimann abgerissen wird. Wie berichtet, hatten Flammen das Gebäude mitsamt drei Fahrzeugen und der kompletten Schutzausrüstung zerstört. Ein vom Baureferat beauftragter Statiker stellte fest, dass die Halle nicht mehr zu retten ist.

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