Initiative der Bayernpartei

Startschuss für Bürgerbegehren gegen die Garten-Tram

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Mario Schmidbauer ist entschieden gegen die Garten-Tram.

Der Stadtrat hat im Januar mehrheitlich beschlossen, die Planungen für die Tram durch den Englischen Garten voranzutreiben. Die Bayernpartei will das Projekt nun keine zwei Monate später stoppen.

Gestern setzte Stadtrat Mario Schmidbauer symbolisch die erste Unterschrift auf die Liste des Bürgerbegehrens „Koa Tram durch den Englischen Garten“. Etwa 34 000 Unterschriften sind notwendig, damit es zum Bürgerentscheid kommt. Bis zum Sommer, so Schmidbauer, solle das Quorum überschritten werden.

Offizielle Unterstützer für das Bürgerbegehren hat die Bayernpartei allerdings noch nicht. Selbst die CSU im Stadtrat, die das Projekt immer skeptisch begleitete, bezeichnete die Initiative der Bayernpartei als „unseriös“. Immerhin läuft bereits eine Online-Petition gegen die Garten-Tram, die bisher gut 2000 Bürger unterzeichnet haben. Außerdem lehnt der Großteil des Bezirksausschusses Schwabing-Freimann das Projekt ab.

Die Stadt hält die Tram-Nordtangente hingegen für einen wichtigen Lückenschluss von Laim über Nymphenburg und Schwabing bis nach Bogenhausen. Dazu bedarf es des Neubaus eines zwei Kilometer langen Teilstücks vom Elisabethplatz zur Tivolistraße, knapp ein Kilometer führt durch den Englischen Garten – ohne Oberleitung im elektrischen Akkubetrieb. Dort verkehren derzeit die Buslinien 54, 150 und 154 sowie der Nachtbus N44.

Die Kostenschätzung für die Garten-Tram beträgt etwa 40 Millionen Euro. Geld, das nach Auffassung der Bayernpartei in ein sinnloses Projekt verpulvert werden würde. „Wir brauchen diese Tram nicht“, sagte Schmidbauer. Für ihn ist die Planung der Stadtwerke zu unkonkret, viele Probleme seien ungelöst. Eine ungesicherte Tram-Trasse stelle eine erhebliche Gefahr für Fußgänger dar. „Der Bus kann ausweichen, die Tram nur bremsen.“ Die Bayernpartei favorisiert statt der Tram Elektrobusse. Ein Hauptargument der MVG für das Projekt ist indes, dass die Tram mehr Fahrgäste befördern kann. Schmidbauer kritisiert ferner, dass die Weiterführung der Trasse außerhalb des Englischen Gartens die teils denkmalgeschützten Gebäudefassaden in der Thieme-, Martius- und Franz-Joseph-Straße tangiere. Auch Bäume müssten hier wohl geopfert werden, erklärte Schmidbauer. Auch in das Denkmal Englischer Garten werde eingegriffen. „Für das Rasengleisbett ist ein sehr tiefes Betonfundament vonnöten“, so Schmidbauer. Sein Fraktionskollege im Stadtrat, Johann Altmann, betonte, die Bayernpartei sei nicht prinzipiell gegen Trambahnen. „Aber wir brauchen unser Geld für andere wichtige Projekte im ÖPNV.“ Die Garten-Tram wäre eine „eklatante Verschwendung von Steuergeld“.

Schließlich meint die Bayernpartei, dass das Projekt Garten-Tram den Stadtratsbeschluss zur Wiedervereinigung des Englischen Gartens an anderer Stelle konterkariere. Bekanntlich soll an der Ifflandstraße in der Nähe des Seehauses ein etwa 400 Meter langer Tunnel gebaut werden. Auf ihrem Plakat zum Start des Bürgerbegehrens ist der Bayernpartei hier aber ein nicht unbedeutender Fehler unterlaufen. 300 Millionen Euro solle das Tunnelprojekt kosten, war dort gestern zu lesen. Die Schätzung der Stadt beträgt 125 Millionen Euro. Kein besonders glücklicher Startschuss für ein seriöses Bürgerbegehren.

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