Freimann

Streit um ein paar Meter Asphalt

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Kleines Sträßchen, irrwitzig langer Name: „Am Eisenbahnausbesserungswerk“ soll die Verlängerung der Edmund-Rumpler-Straße jenseits der Lilienthalallee in Freimann heißen.

In Freimann streiten Lokalpolitiker um den Titel „Am Eisenbahnausbesserungswerk“ für eine neue, kleine Straße – auch Anlieger sind dagegen.

München - Es ist ein Name, mit dem sich beim Buchstabenspiel „Scrabble“ viele Punkte holen ließen: „Am Eisenbahnausbesserungswerk“ soll die Verlängerung der Edmund-Rumpler-Straße in Freimann einmal heißen, das beschloss der zuständige Bezirksausschuss Schwabing-Freimann bereits im April. Nun ist die Straßenbezeichnung jedoch erneut Thema in dem Gremium. Denn das bald an der Straße ansässige Oldtimer- und Sportwagenzentrum „Motorworld“ ist nur bedingt glücklich mit seiner zukünftigen Adresse und bat den Bezirksausschuss, die Entscheidung noch einmal zu überdenken.

Der Name „Am Eisenbahnausbesserungswerk“ orientiert sich an dem von 1925 bis 1995 auf dem Gelände zwischen Lilienthalallee und Maria-Probst-Straße angesiedelten Bahnbetrieb. Die Motorworld baut hier rund um die Lokhalle eine Art Erlebniswelt für Autobegeisterte, mit angeschlossenem Event-Bereich, Werkstätten, Gastronomiebetrieben und Hotel. Die Straße, die zu dem Areal führt, wird im Zuge dieser Maßnahmen ebenfalls ausgebaut und soll mit Abschluss der Arbeiten mit einem eigenen Namen versehen werden.

Der ist nun aber nach Meinung der Motorworld-Betreiber eher lang als praktisch geraten. „Da muss man schon einmal Luft holen, bevor man das sagt“, schilderte eine Sprecherin des Unternehmens dem BA ihre Schwierigkeiten mit dem sperrigen Titel. Die Adresse international zu vermitteln, sei nahezu unmöglich. Dabei richte sich das Konzept mit Hotel und Tagungsräumen ausdrücklich auch an Gäste aus dem Ausland. „Wenn die zum Beispiel anrufen und fragen, wohin sie das Taxi schicken sollen, wird es kompliziert“, so die Motorworld-Vertreterin. Um solche Abläufe unkomplizierter zu machen, wünschte sich das Unternehmen kürzere Alternativen wie zum Beispiel „Am Bahnwerk“ oder „An der Lokhalle“.

Die Namensfindung noch einmal von vorne beginnen wollte aber nur eine Minderheit im BA. Einsichtig zeigte sich vor allem die SPD, die mit dem Beschluss schon im April nicht glücklich war. Petra Piloty nannte den Namen ein „sprachliches Ungetüm“. Eine Meinung, die auch ihr Parteikollege und BA-Vorsitzender Werner Leder-Piloty teilte. „Hier wird nur ein Segment der Geschichte herausgeholt und danach dann die Entscheidung getroffen“, sagte er und forderte den BA auf, „zukunftsweisend“ zu denken.

Die CSU jedoch hielt geschlossen am angestrebten Namen fest. „Viele Familien, die in Freimann leben, sind mit dem Ausbesserungswerk eng verbunden“ erklärte der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle, der ebenfalls Mitglied im BA ist. Letztendlich lehnte eine Mehrheit der BA-Mitglieder eine neue Diskussion um den Namen ab und beschloss, diesen ohne Kürzungen an die Verwaltung weiterzugeben. 

Annika Schall

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