Nach Abriss des Nachbarhauses

Plötzlich Loch in der Wand: TamS-Gebäude schwer beschädigt

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Plötzlich wird es luftig: Dem Theater am Sozialamt fehlt eine Wand.

Böse Überraschung für die Betreiber des Theaters am Sozialamt (TamS): Dem Gebäude fehlt auf einer Seite eine Wand. Das alles hängt mit dem Abriss des Nachbarhauses zusammen.

München - Stellen Sie sich mal vor, Sie kommen nach Hause und plötzlich fehlt Ihrem Haus eine Wand. Was sich zunächst wie ein schlechter Scherz anhört, ist am vergangenen Freitag in der Haimhauserstraße 13 (Schwabing) tatsächlich passiert. Nachdem die Firma Modern Wohnbau das Gebäude in der Occamstraße 14 abreißen ließ, hat sich das daran angrenzende Theater am Sozialamt (TamS) unfreiwillig in eine Freilichtbühne verwandelt.

Wie es dazu kommen konnte, ist dem Leiter der Bühne, Lorenz Seib, noch immer ein Rätsel. Schließlich hat sich der 38-Jährige am 12. Juni extra zusammen mit dem zuständigen Bauherrn sowie Vertretern des Kommunalreferats an einen Tisch gesetzt, um das genaue Vorgehen der Abbruchfirma zu besprechen.

Testbohrungen sollten Beschaffenheit der gemeinsamen Wände prüfen

Zuerst sollten Testbohrungen durchgeführt werden, um die Beschaffenheit der gemeinsamen Wände zu prüfen. Dabei stellte sich heraus, dass die zwei Häuser rückseitig nicht wie ursprünglich angenommen aus ein und derselben Wand bestehen, sondern von zwei getrennt voneinander verlaufenden „Schalen“ getragen werden. Seib atmete auf. Vorerst.

Der große Schock kam zwei Wochen später. Denn ohne vorher mit den Betreibern des TamS gesprochen zu haben, ließ die Modern Wohnbau die komplette Rückwand des Gebäudes in der Occamstraße abtragen - mit ihr verschwand auch die Mauer des benachbarten Theaterspeichers, in dem seit über 45 Jahren Dutzende Requisiten lagern. „Ich bin immer noch völlig fassungslos“, sagte Seib am Sonntag.

Leiter Lorenz Seib auf dem Dach des Theaters: Auch der Namensschriftzug ist beim Abriss verschwunden.

Standsicherheit des Theaters nicht mehr gewährleistet

Die Abbruchfirma begründete die Entfernung der kompletten Rückwand ihrerseits damit, dass die Standsicherheit des Theaters mit nur einer Schale nicht mehr vollständig gewährleistet gewesen wäre. Schließlich müssten tragende Wände immer eine gewisse Dicke aufweisen. Die sei im Falle des TamS nach dem Abriss des Nachbarhauses deutlich unterschritten worden.

Damit die wertvollen Requisiten trotzdem vor Wind und Wetter geschützt bleiben, hat die Baufirma das etwa zehn Meter lange und zwei Meter hohe Loch am vergangenen Freitag provisorisch mit einer Plastikfolie abgeklebt – und versprochen, sich im Laufe der Woche um eine langfristige Lösung zu kümmern.

Sarah Brenner

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