Ex-1860-Präsident Dieter Schneider laut Medienbericht gestorben

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Kampf um Tennis-Gelände

Tivoli-Anlage: Kommen die Container?

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Enzio Rességuier de Miremont (38, r.) gibt sich im Kampf um die Tivoli-Anlage geschlagen.

München - Monatelang kämpfte Enzio Rességuier de Miremont als Rechtsanwalt und Tennisspieler für den Erhalt der altehrwürdigen und traditionsreichen Tivoli-Tennisanlage. Hatte er Erfolg? Die tz fragte nach.

Herr de Miremont, die Stadt München will wegen des Umbaus des Wilhelms-Gymnasiums auf dem Areal der Tivoli-Tennisanlage Container als Ausweichquartier aufstellen. Und wia schaut’s aus, haben Sie denn mittlerweile etwas dagegen erreichen können?

Enzio Rességuier de Miremont: Nein, leider nicht, sodass wir die Hoffnung aufgegeben haben, die Anlage zu erhalten. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, ist es amtlich, dass Ende September hier die letzten Bälle gespielt werden. Im nächsten Jahr werden dann hier die Container stehen.

Bei unserem letzten Gespräch im Februar klangen Sie noch hoffnungsvoller.

De Miremont: Das waren wir auch, meine Mitstreiter und ich. Die Stadt muss Bodenproben für die Standfestigkeit entnehmen lassen, um endgültige Klarheit bezüglich der Geeignetheit des Grundstücks zu haben. Dies konnte ich während der laufenden Pachtzeit auf dem Rechtswege verhindern. In diesem Zusammenhang hatten wir für möglich erachtet, dass durch eine neue Konstellation in der Rathausspitze und im Stadtrat und aufgrund dieser noch bestehenden Unsicherheit noch etwas Bewegung in die Angelegenheit kommen könne. Trotz einiger Briefe an die Bürgermeister und Stadträte kam es aber nicht mehr dazu, dass die Sache auf die Agenda kam. Die Stadt hat das damals im Hauruckverfahren auf der Basis eines aus meiner Sicht abwägungsdefizitären Gutachtens über mögliche Containerstandorte so beschlossen und zieht das auch so durch und zeigt wenig Mut, eine falsche Entscheidung zu revidieren.

Ihr Vorschlag, noch einmal Alternativstandorte zu überprüfen, fand also kein Gehör.

De Miremont: Nein. Dazu muss ich sagen, dass mir die Schule sehr am Herzen liegt, nicht zuletzt weil ich selber Schüler des WG war und weiß, dass eine Sanierung dringend nötig ist. Aber für die Container hätte es auch andere Orte für ein Ausweichquartier gegeben als diese wunderschöne Tennisanlage mit ihrer 90-jährigen Geschichte.

Sie glauben weiterhin, dass das nun auch keine Zwangspause für die Anlage ist, sondern das endgültige Aus?

De Miremont: Mit Sicherheit. Die Umnutzung als temporäres Schulgelände ist der beste Weg, um das danach als Baugrundstück auszuweisen. Wenn die Container weg sind, dann entstehen hier in Toplage im Lehel nahe Isar und Englischer Garten höchstpreisige Luxuswohnungen, von denen München jetzt schon genug hat. Sie leisten mithin keinen Beitrag zur Linderung der Wohnungsnot. Anders als bei den anderen denkbaren Standorten handelt es sich also nicht um eine Interimslösung.

Wieder ein Stück weniger vom alten München.

De Miremont: Es ist sehr traurig, aber nicht mehr zu ändern. Ein Dank gilt allen Unterstützern, die sich so für den Erhalt der Anlage engagiert haben. Es gab innerhalb von wenigen Wochen vor dem Stadtratsbeschluss weit über 2000 Petitions-Unterschriften und alle bedauern das sehr, geändert wird aber nichts mehr.

Florian Kinast

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