Glaubenskrieg im Stadtrat

E-Garten: Schmale Spur oder die große Lösung?

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So könnte der Tunnel am Isarring aussehen.

München - Wie geht’s weiter mit dem möglichen Tunnel unter dem Englischen Garten? Am Mittwoch kam es dazu zum Glaubenskrieg im Stadtrat.

Auf der einen Seite die, die am Isarring schnell eine drei Meter breite provisorische Fahrspur Richtung Westen anfügen wollen, um den Stau zu entschärfen und die Option für den Tunnel offen zu halten. Neben den Tunnel-Initiatoren Hermann Grund und Petra Lejeune CSU, FDP und Freie Wähler dafür.

Auf der anderem Seite sind die, die erst einmal eine ordentliche 3,50-Meter-Spur hinzufügen wollen: SPD und Linke. Hermann Grub und Petra Lejeune sind der Meinung: „Damit wäre der Tunnel auf 100 Jahre begraben, weil es dann keine verkehrliche Notwendigkeit mehr für einen Tunnel gibt.“ Die Grünen wiederum wollen die breitere Fahrspur nicht, weil sie mehr Platz verschlingt und rund 70 Bäume weichen müssten – eine Jamaika-Koalition für das Provisorium!

Am Mittwoch kam es im Planungsausschuss zum Glaubensbekenntnis. Ergebnis: Ein Patt! Da halfen auch mahnende Worte von OB Christian Ude (SPD) nichts: „Wer sagt denn, dass in zehn Jahren nicht die Bürger sich gegen die Baumfällungen auflehnen, die der Tunnelbau mit sich bringt?“ Und SPD-Stadtrat Christian Amlong warf der Gegenseite vor: „Sie wollen den Stau am Isarring erhalten, um den Druck auf den Tunnel zu lassen!“ Bei der „Schmalspurlösung“, so Amlong, müsse das Tempo auf 50 km/h gedrosselt werden. Michael Mattar (FDP) entgegnete: „Mit Tempo 50 auf der Landshuter Allee hat die SPD auch kein Problem.“ CSU-Fraktionschef Josef Schmid warf der SPD vor, das Tunnelprojekt nicht wirklich voranzutreiben: „Sie hatten im Wahlkampf 2007 den Bürgern an der Tegernseer Landstraße und an der Landshuter Allee Tunnels versprochen, passiert ist bislang nicht viel.“ Jetzt muss die Vollversammlung nochmal abstimmen. Dort zeichnet sich eine Mehrheit für das Provisorium ab.

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