Wir schauen in die Röhre

Tunnel für den Englischen Garten: Wir verraten Details

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Die Idee: Der Englische Garten soll wieder eins werden, ein Tunnel soll’s möglich machen.

Das Tunnelprojekt im Englischen Garten nimmt immer konkretere Gestalt hat. Noch vor der Sommerpause soll es im Stadtrat besprochen werden. Mit ganz konkreten Details – wir nennen jetzt die ersten Eckpunkte!

München - Licht am Anfang des Tunnels! Die Straßen-Röhre unter dem Englischen Garten (zwischen Bogenhausen und Schwabing) soll kommen, die Planungen sind weit fortgeschritten und werden den Stadtrat wohl noch vor der Sommerpause beschäftigen. Mit ganz konkreten Details – die tz nennt jetzt exklusiv die ersten Eckpunkte!

Bürgermeister Josef Schmid (47, CSU) hatte sich in Gesprächen mit CSU-Landesministern die Zusage gesichert, dass der Freistaat Geld für das Projekt zur Verfügung stellt. Der Startschuss für die Planungen! Wie die tz erfuhr, favorisiert das Rathaus wohl einen sechsspurigen Ausbau mit einem 390 Meter langen Tunnel und je einer Einfädelspur in jede Richtung. Die Kosten sollen sich auf 120 Millionen Euro belaufen, der Freistaat beteiligt sich mit 30 Millionen. Das Finanzministerium schießt abermals fünf Millionen zu – für die Gestaltung der Oberfläche.

Laut internen Quellen sieht die Verwaltung den Tunnel auch als notwendig an. Hinter vorgehaltener Hand hatte so mancher Stadtrat die Sache zuletzt noch anders gewertet: schön, aber ohne wirklichen Nutzen… Neuen Untersuchungen zufolge ist bis 2030 allerdings mit einer deutlichen Zunahme des Verkehrs an der betreffenden Stelle zu rechnen. Der Abschnitt gilt aber ohnehin schon als sehr stark belastet – und ein Tunnel würde Entlastung bringen. Ganz abgesehen davon, dass auf diese Weise die zwei Teile des Englischen Gartens, bisher durchschnitten vom Mittleren Ring, endlich wieder vereinigt werden könnten.

Bald soll der Stadtrat die Sache diskutieren. Zu klären sind derzeit allerdings wohl noch Fragen nach neuen Stellen für die Tunnel-Planer beim Baureferat. Die gelten intern als absolute Koryphäen, sind aber arg eingespannt, etwa mit der Planung der U5-Verlängerung.

Sie stehen an der Stelle, an der der Tunnel entstehen soll: Innenminister Joachim Herrmann (v.l.), Bürgermeister Josef Schmid, die Architekten Hermann Grub und Petra Lejeune, Finanzminister Markus Söder und Kunstminister Ludwig Spaenle.

Daher hakt es wohl auch noch beim Zeitplan für den Tunnel. Offenbar geht man davon aus, dass die Planungsphase bis zu fünf Jahre lang dauern kann. Architekt Hermann Grub (77), der geistige Vater und glühende Unterstützer des Projekts, glaubt aber, dass es viel schneller geht. Er sagt der tz: „Das Baureferat ist so eine tolle Abteilung und hat schon sehr tief und gründlich untersucht. Außerdem haben wir den Vorteil, dass es praktisch keine Gegner gegen das Projekt gibt.“ Dann stünde dem Tunnel wohl nichts mehr im Wege…

Aus Grubs Sicht ist es aber eh Zeit geworden, der Weg bis zum heutigen Tag war lang. Grubs Idee war eine Reaktion auf Pläne der Stadt aus dem Jahr 2010 gewesen. Demnach wäre der Mittlere Ring an dieser Stelle um zwei weitere Fahrspuren erweitert worden. Die Straßen-Schneise wäre noch massiver geworden. Aber jetzt sieht ja alles anders aus…

Sascha Karowski

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