Die tz sprach mit zwei Angehörigen

Wo steckt Gurlitt? Familie gibt sich ratlos

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In dieser Wohnung lag die NS-Raubkunst

München - Wo steckt Cornelius Gurlitt? Lebt er überhaupt noch? Die tz sprach mit dem Neffen und dem Vater des Schwabinger Kunstsammlers.

Sein Neffe Ekkeheart Gurlitt erklärte am Freitag der tz: „Ich kann es Ihnen wirklich nicht sagen. Was glauben Sie denn, wer alles hinter ihm her ist?!“ Schließlich wüsste sein Onkel auch, wo sich das Bernsteinzimmer befände. Die Vorwürfe, die man ihm mache, könne er nicht ganz nachvollziehen: „Er hat die meisten Bilder rechtmäßig erlangt. Wir sind eine distinguierte Familie.“ Ekkeheart Gurlitts Vater soll laut Daily Mail von Cornelius Gurlitt einige Bilder bekommen haben: „Ich sagte meinem Vater, schau ins Haus! Vielleicht müssen wir nie mehr arbeiten.“

Die tz erreichte am Freitag Ekkhearts Vater Dr. Dietrich Gurlitt (94) in Überlingen am Bodensee. Weiß er, wo sein Cousin Cornelius ist? „Ich habe keine Ahnung“, so der pensionierte Geologe. Von Schätzen aus dem Fundus seines Cousins will Dr. Gurlitt nichts wissen: „Ich habe keine Bilder.“ Und dass sein Cousin Cornelius etwas über den Verbleib des Bernsteinzimmers weiß? „Vielleicht will er sich wichtig machen. Mein Sohn hat Ihnen da Märchen erzählt.“

J. Welte

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Der Gurlitt-Clan

Die Gurlitts sind eine verzweigte Familie aus Künstlern, Forschern und Kunsthändlern. Stammvater war der Hamburger Maler Louis Gurlitt (1812 – 1897). Dessen Enkel Hildebrand Gurlitt (1895 – 1956) war der Kunsthändler, der mit den Nazis dealte und den Schatz von Schwabing zusammengetragen hatte, der jetzt weltweit Schlagzeilen macht und sich in Besitz von Hildebrands Sohn Cornelius (79) befand. Hildebrand Gurlitt hatte einen Bruder, den Freiburger Musikwissenschaftler Willibald Gurlitt (1889 – 1963). Dessen Sohn Dr. Dietrich Gurlitt (94) lebt am Bodensee und hat wiederum einen Sohn: Ekkeheart Gurlitt (65) – der behauptet, sein Onkel Cornelius wisse, wo sich das Bernsteinzimmer befindet. Hildebrand Gurlitt handelte auch mit seinem Cousin Wolfgang (1888 – 1965), der ebenfalls als Kunst-Agent für die Nazis tätig war und nach 1945 das Museum Lentos in Linz gründete.

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