Stadtsparkasse-Filialleiter rettete Rentnerin

Enkel-Masche: So erkennen Sie Trickbetrüger!

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Großes Lob: Stadträtin a.D. Elisabeth Schosser und Polizeivizepräsident Robert Kopp danken dem Stadtsparkassen-Filialleiter Stefan Hermann für seinen Einsatz gegen dreiste Trickbetrüger. Er bekam eine Urkunde und 200 Euro.

München - Stadtsparkasse-Filialleiter Stefan Hermann bewahrte eine Rentnerin vor Enkeltrickbetrügern. Dafür wurde er nun geehrt. Die Polizei verrät, wie Sie Betrüger erkennen können.

Die Bankmitarbeiter sind immer die letzten Bastion in der Präventionskette, wenn es darum geht, ältere Menschen vor Enkeltrickbetrügern zu bewahren. Besonders aufmerksam sind in München die Mitarbeiter der Stadtsparkasse, die speziell für dieses Problem geschult werden – mit Erfolg: Polizei-Vizepräsident Robert Kopp und Stadträtin a.D. Elisabeth Schosser vom Münchner Sicherheitsforum dankten am Mittwoch dem Filialleiter der Stadtsparkasse am Hohenzollernplatz, Stefan Hermann, und seiner Kollegin für ihren Einsatz mit einer Urkunde und je 200 Euro. Die beiden befreiten eine 80-Jährige Kundin aus den Fängen der Betrüger. Sie hätte den Tätern beinahe mehr als 30.000 Euro ausgehändigt, weil sie der festen Überzeugung war, mit ihrer Schwiegertochter telefoniert zu haben.

Am Freitag, den 13. März kam sie ziemlich aufgeregt in die Bank und bestellte 30.000 Euro in bar, die sie am Montag abholen wollte. Das Geld sei für die Schwiegertochter, die ihrem Mann ein großes Geschenk kaufen wolle – „weil sie ihn so liebt“, erklärte die Seniorin gerührt. Trotz aller Warnungen war sie nicht davon abzubringen. Als sie das Geld schließlich holen wollte, rief Stefan Hermann die Polizei, die der alten Dame nach Rücksprache mit der wahren Schwiegertochter die Augen öffneten. Sie hat sich mittlerweile vielmals bei den Stadtsparkassen-Mitarbeitern bedankt. Das Verhalten der Täter war Kopp sehr typisch, den die Ekeltrick-Gauner gehen meist nach diesem Schema vor:

  • Die Betrüger suchen gezielt Frauen jenseits der 70 Jahre.
  • Die Anrufe, bei denen sich die Täter oft als Verwandte ausgeben, erfolgen nur an Wochentagen.
  • Die Betrüger halten sich genau an die Öffnungszeiten der Banken, wochentags bis 16 und an den „langen“ Donnerstagen bis 18 Uhr.
  • Die Betrüger erzeugen enormen emotionalen Druck.
  • Die Zahl der Versuche – im Februar schon 93 Fälle (im Vorjahr 20) und im März 89 Fälle (11) – steigt. Sechsmal fielen Senioren heuer auf die Täter herein. Schaden: 114 000 Euro. „Die Lage ist ziemlich dramatisch“, so Kopp.

Dorita Plange

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