Geldautomat wurde in der Nacht gesprengt

Überfall auf Commerzbank: Das sagen die Anwohner

+
Die Schäden am Commerzbank-Gebäude sind gewaltig, die Filiale ist zu. ­Ein Gutachten soll ­klären, ob die Explosion Auswirkungen auf die Statik hatte.

Durch den Überfall auf die Commerzbank an der Schleißheimer Straße wurden zahlreiche Anwohner aus dem Schlaf gerissen. Hier berichten sie von den bangen Momenten mitten in der Nacht.

München - Geborstene Fensterscheiben, überall Glassplitter, zerfetzte Deckenreste und ein völlig demolierter Geldautomat - viele Kunden der Commerzbank an der Schleißheimer Straße (Schwabing) standen am Donnerstagmorgen entsetzt vor der verwüsteten Filiale. In der Nacht hatten Unbekannte mit einem Gasgemisch eine gewaltige Explosion verursacht, Bargeld abgezockt – und die Nachbarschaft aus dem Schlaf gerissen! Die Polizei geht mittlerweile von einer Raubserie aus, die Kripo fahndet nach den Gas-Gangstern!

„Mich hat es aus dem Bett geschleudert, so sehr bin ich erschrocken“, erzählt Ursula Zacherl (57). Verkäufer Thomas Hecht (50) schlief direkt über dem Raum, in dem der Automat explodierte. Er sagt: „Ich dachte, jetzt kracht gleich das Bett durch die Decke.“ Gegen 3.15 Uhr erschütterte eine gewaltige Detonation das Gebäude an der Kreuzung zur Clemensstraße. Zehn Minuten später rasten Einsatzwagen von Polizei und Feuerwehr zum Tatort, von den Räubern fehlte aber bereits jede Spur. Sie hatten vermutlich Propangas in den Geldautomaten geleitet und das hochexplosive Gemisch mit einer Lunte aus sicherer Entfernung gezündet.

Blick ins Innere; Die Gangster haben ganze Arbeit geleistet.

Laut Polizei 100.000 Euro Sachschaden

Die zerstörerische Kraft zerlegte den Automaten in seine Einzelteile. Die Gas-Gangster schnappten sich die Geldkassetten und flüchteten. Wie viel Bargeld zu diesem Zeitpunkt dort aufbewahrt wurde, ist noch nicht endgültig geklärt. Den Sachschaden am Gebäude schätzt die Polizei auf 100.000 Euro.

Fotos von der Sprengung des Geldautomaten in München 

Geldautomat der Commerzbank in München gesprengt
Die Explosion hatte eine enorme Wucht! Unbekannte haben einen Geldautomaten der Commerzbank gesprengt und Geldkassetten erbeutet. © Heininger
Geldautomat der Commerzbank in München gesprengt
Die Explosion hatte eine enorme Wucht! Unbekannte haben einen Geldautomaten der Commerzbank gesprengt und Geldkassetten erbeutet. © Heininger
Geldautomat der Commerzbank in München gesprengt
Die Explosion hatte eine enorme Wucht! Unbekannte haben einen Geldautomaten der Commerzbank gesprengt und Geldkassetten erbeutet. © Heininger
Geldautomat der Commerzbank in München gesprengt
Die Explosion hatte eine enorme Wucht! Unbekannte haben einen Geldautomaten der Commerzbank gesprengt und Geldkassetten erbeutet. © Heininger
Geldautomat der Commerzbank in München gesprengt
Die Explosion hatte eine enorme Wucht! Unbekannte haben einen Geldautomaten der Commerzbank gesprengt und Geldkassetten erbeutet. © Heininger
Geldautomat der Commerzbank in München gesprengt
Die Explosion hatte eine enorme Wucht! Unbekannte haben einen Geldautomaten der Commerzbank gesprengt und Geldkassetten erbeutet. © Heininger
Geldautomat der Commerzbank in München gesprengt
Die Explosion hatte eine enorme Wucht! Unbekannte haben einen Geldautomaten der Commerzbank gesprengt und Geldkassetten erbeutet. © Heininger
Geldautomat der Commerzbank in München gesprengt
Die Explosion hatte eine enorme Wucht! Unbekannte haben einen Geldautomaten der Commerzbank gesprengt und Geldkassetten erbeutet. © Heininger
Geldautomat der Commerzbank in München gesprengt
Die Explosion hatte eine enorme Wucht! Unbekannte haben einen Geldautomaten der Commerzbank gesprengt und Geldkassetten erbeutet. © Heininger

Die Filiale ist bis auf Weiteres geschlossen. „Wir hoffen, unsere Kunden haben dafür Verständnis“, sagte Commerzbank-Sprecher Hans-Peter Rudolph. „Für die Bargeldversorgung können die Commerzbank-Filialen an der Gabelsberger Straße 63, an der Bonner Straße 2 oder an der Leopoldstraße 37 genutzt werden.“

Ob die Explosion auch Auswirkungen auf die Statik des Gebäudes hat, muss ein Gutachten klären. Ein Eigentümer-Vertreter sagte zur tz: „Wir gehen auf Nummer sicher und untersuchen das Haus auf Schäden.“

Google-Karte

Bereits der dritte Raubzug

Explosive Spur: Die gewissenlosen Gas-Gangster haben innerhalb weniger Wochen am Donnerstag ein drittes Mal zugeschlagen. Denn nach Einschätzung der Polizei handelt es sich um ein und dieselben Täter, die schon im Oktober in Bankfilialen zugeschlagen haben. Am 7. Oktober blieb es aber nur beim Versuch: Auch dort ließen zwei vermummte Männer Gas in einen Automaten strömen und entzündeten das Gemisch. Doch das Gerät hielt der Explosion stand. Die Täter flüchtete ohne Beute.

Der zweite Fall passierte in Ottobrunn, gespenstisch identisch ist hier die Uhrzeit. Denn wie im aktuellen Fall sprengten die Gas-Gangster am 11. Oktober gegen 3.15 Uhr den Geldautomaten einer Bankfiliale an der Naupliaallee. Anschließend entkamen die Ganoven mit einer größeren Summe Bargeld. Das Kommissariat 51 (Tel. 089/2910 0) sucht jetzt nach Zeugen. Vermutlich sind die Räuber mit einem schwarzen VW-Bus (T5 oder T6) und mit einem silbernen Motorroller entkommen.

Darum sollte jeder Münchner unsere Stadtviertel-Seiten auf Facebook kennen

Welches ist Ihr Münchner Viertel? Sendling? Ramersdorf? Moosach? Das Westend? Wir haben Facebook-Seiten gegründet, auf denen wir alles Wichtige, Aufregende und Schöne und Ihre Liebe zu diesem einen Viertel mit Ihnen teilen. Hier entlang zur Liste.

J. Heininger

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Mieter warnen: „Wir sind nicht die Einzigen“ - Wohnungs-Zoff weitet sich zum Skandal aus
Mieter warnen: „Wir sind nicht die Einzigen“ - Wohnungs-Zoff weitet sich zum Skandal aus
„Sackratte“: Fiese Kommentare auf Münchner Luxusauto - ein Detail empört Passanten zutiefst
„Sackratte“: Fiese Kommentare auf Münchner Luxusauto - ein Detail empört Passanten zutiefst
Vermummte Löwen-Fans stürmen FC-Bayern-Kneipe - So urteilte das Gericht
Vermummte Löwen-Fans stürmen FC-Bayern-Kneipe - So urteilte das Gericht

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.