Sanierungs-Schock!

Asbest! 70 Mietern gekündigt, aber Wohnungen neu vermietet

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Das Haus in der Sailerstraße in Schwabing.

München - Wohnen in München – eh schon keine Gaudi. In Schwabing flattert 70 Mietern wegen angeblicher Asbestbelastung die Kündigung ins Haus. Dabei werden die frei werdenden Wohnen neu vermietet.

In der Sailerstraße sollen 70 Parteien ausziehen, weil ihr Wohnblock saniert wird. Der Kündigungsgrund: „wirtschaftliche Verwertung“. Mieter Michael Germann: „Wir müssen Ende 2017 raus, der Block daneben Ende 2016 und die hinter uns schon Ende dieses Jahres.“ Die Häuser hatte ein Geschäftsmann 1960/1961 auf einem in Erbpacht übernommenen Grundstück errichtet. Ende 2014 fiel dieses wieder an die Orth & Sohn GmbH & Co. KG zurück. Nun, so deren Sprecher Maximilian Münch, habe man Asbestbelastungen entdeckt. Für die Sanierung des Hauses seien die Kündigungen unumgänglich.

Doch Germann fragt: „Wieso werden dann frei werdende Wohnungen neu vermietet, wenn sie mit Asbest belastet sind?“ Münch: „Sie werden in erster Linie genutzt, um Bestandsmietern auf deren Wunsch eine vorübergehende Umsetzung in einen späteren Bauabschnitt zu ermöglichen.“ Einzelne Wohnungen seien monatlich kündbar vermietet worden. „Einziehende Mieter wurden auf die Asbestbelastung der Bodenplatten hingewiesen“, sagt der Sprecher. Was die Kündigung wegen „wirtschaftlicher Verwertung“ bedeutet, erklärt Albrecht Schmidt vom Mieterbeirat: „Das bedeutet, dass es dem Vermieter wirtschaftlich nicht zuzumuten ist, die Anlage weiterhin zu betreiben.“

Unterhalt und Instandsetzung seien zu teuer. „Aber ich vermute, das ist nur ein Vorwand, um zu kündigen und teurer neu zu vermieten“, meint der Mieterbeirat und beruft sich auf den Bestandsschutz. Doch Münch widerspricht: „Es ist keine Luxussanierung geplant, auch keine Eigentumswohnungen.“ Allerdings seien die Wohnungzuschnitte nach dem Umbau anders, man müsse Bauvorschriften erfüllen.

tz

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