Schläger (25) sitzt in Untersuchungshaft

Nach brutaler Attacke: Frau des Taxlers ist verzweifelt

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Taxifahrer Joszef N. Sein Zustand ist immer noch kritisch.

München - Der Streit war am frühen Sonntagmorgen wegen einer Reinigungsgebühr von 30 Euro entbrannt. Jozsef N. liegt immer noch auf der Intensivstation. Sein Zustand ist kritisch.

Der Mann, der am Sonntag in den frühen Morgenstunden einen Taxifahrer ins Koma geprügelt hat, hat sich am Montag im Beisein seiner Rechtsanwältin gestellt. Aufgrund der Berichterstattung in den Medien meldete der 25-jährige Arbeiter sich offenbar freiwillig bei der Mordkommission. Umut Ö. (Name geändert) gibt zu, den 61-jährigen Taxifahrer Jozsef N. geschubst und ihm zwei Faustschläge versetzt zu haben. Die Fußtritte gegen den Kopf und weitere Schläge, die Zeugen beobachtet haben wollen, bestreitet der Münchner. 

Mit dem 25-Jährigen kam dessen 27-jähriger Freund, ebenfalls im Beisein einer Anwältin, zur Polizei. Die beiden Arbeitskollegen waren in der Nacht gemeinsam im Taxi gesessen. Die Männer gaben an, dass sie mit dem ungarischen Taxifahrer wegen einer zusätzlich geforderten Reinigungspauschale in Streit geraten waren. Diese forderte der 61-Jährige, weil der 27-Jährige sich im Taxi übergeben hatte. 

Wie berichtet, waren die beiden Männer am Sonntag um 3 Uhr am Odeonsplatz/Ecke Galeriestraße in das Taxi des 61-Jährigen gestiegen. Bei ihrer Vernehmung in den Räumen der Mordkommission gaben die Münchner an, dass sie in der Nacht in mehreren Clubs und Diskotheken in der Innenstadt gefeiert hätten. Dabei konsumierten sie jede Menge Alkohol. Der Ältere muss gegen 3 Uhr stark betrunken gewesen sein. Denn nach nicht einmal drei Kilometern Fahrt musste sich der Arbeiter im Taxi übergeben. Der Fahrer stoppte seinen Wagen auf Höhe der Leopoldstraße 126. Er bat die beiden Fahrgäste, auszusteigen. Jozsef N. parkte sein Taxi am Straßenrand und stieg ebenfalls aus. Der Taxifahrer wollte, dass seine Gäste zusätzlich zum Fahrpreis für das Säubern des verschmutzten Taxis eine Reinigungsgebühr bezahlen. Es soll sich um etwa 30 Euro gehandelt haben. 

Umut Ö. geriet deshalb mit dem Taxifahrer in Streit. Ein Gewaltexzess folgte. Der 27-jährige Arbeitskollege soll teilnahmslos daneben gestanden sein. Passanten alarmierten den Rettungsdienst, der den Taxifahrer bewusstlos mit schweren Kopfverletzungen in eine Klinik einlieferte. Der 61-Jährige liegt immer noch auf der Intensivstation, sein Zustand ist weiterhin kritisch. „Wir wissen noch gar nicht, ob und wie er das überleben wird. Er wurde am Sonntag zweimal operiert. Wir wissen gar nicht, was jetzt werden soll“, sagte seine tief verzweifelte Frau gegenüber der tz. 

Der gebürtige Ungar hat lebensgefährliche Gehirnschwellungen davongetragen. Um das Hirn zu entlasten, musste ihm ein Teil der Schädeldecke entfernt werden. Das ganze Verletzungsbild spricht dafür, dass er mit massiver Gewalt getreten worden ist. Der 27-Jährige durfte nach der Vernehmung am späten Montagnachmittag wieder gehen. Umut Ö. sitzt wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag in Untersuchungshaft in Stadelheim. Die Ermittlungen dauern an.

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