Ministerium plant Olympia-Denkmal

Olympiapark: Kinder wollen Schlittenberg retten

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So sieht der Connollyberg aktuell aus.

München - Wieso soll ausgerechnet aus dem Schlittenhügel am Connollyberg eine Gedenkstätte für Opfer des Olympiaattentats von 1972 werden? Das fragen sich Julia (8) und ihre Freunde.

Hier ein erster Entwurf des Denkmals. Dieses soll jedoch kleiner werden, um den Gegnern entgegenzukommen

Wieso soll aus dem Schlittenberg eine Gedenkstätte werden? Das fragen sich Julia (8) und ihre Freunde. Das Mädchen wohnt mit ihrer Mutter Claudia K. im Münchner Olympiadorf und liebt es, im Winter mit ihren Freunden im Bob den Connollyberg runterzufahren. Doch ausgerechnet auf diesem Hügel soll ein Denkmal für die Opfer des Olympiaattentats von 1972 entstehen. Das will das Mädchen mit ihren Freunden und deren Eltern verhindern und hofft deswegen, dass ein Alternativ-Standort gefunden werden kann. In einem Hort nahe dem Olympiadorf haben sie deshalb vor zwei Wochen eine Initiative zur Rettung des Connollybergs gegründet.

„Wir sind nicht gegen das Denkmal, aber bitte nicht auf dem Schlittenberg“, sagt Julias Mutter. Gemeinsam mit anderen Unterstützern sammelt sie Unterschriften, um den Schlittenberg so zu erhalten, wie er ist. Fast 1000 Unterschriften sind dafür schon zusammengekommen. Für Donnerstag ist eine Protestaktion geplant. Bis zu 100 Kinder wollen im Grünen rodeln gehen und damit zeigen, wie sehr ihnen der Hügel am Herzen liegt.

Weiterhin Bobfahren wollen die Kinder aus dem Olympiadorf.

Gebaut werden soll das Denkmal im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus. Dort nimmt man die Kritik durch die Initiative für den Connollyberg sehr ernst, wie Pressesprecher Ludwig Unger betont. Bildungsminister Ludwig Spaenle sei bemüht, eine Lösung zu finden. „Dafür will er im November beim Bezirksausschuss in Milbertshofen in Kontakt mit der Bevölkerung treten“, sagt Unger. Außerdem sei geplant, das Denkmal kleiner als ursprünglich gedacht zu bauen. Statt 800 Quadratmetern soll es nur gut 144 Quadratmeter groß werden. „Der Schlittenberg soll ein Schlittenberg bleiben. Wir versuchen, ihn höchstens um zwei Höhenmeter zu kürzen“, sagt Unger.

Woher der plötzliche Widerstand gegen das Bauvorhaben kommt, kann er nicht verstehen. „Das Projekt wurde vor gut einem Jahr öffentlich gemacht. Jede Münchner Zeitung hat darüber berichtet“, wundert sich Unger.

Jonas Regauer

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