30 Polizisten im Einsatz

Drogen-Razzia beim Kult-Griechen "Cavos"

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Tür gewaltsam geöffnet, Schreibtisch durchsucht: So sah es nach der Drogen-Razzia in zwei Räumen des "Cavos" aus.

München - Drogen-Razzia! Rund 30 Polizisten rückten in der Nacht auf Sonntag beim Kult-Griechen "Cavos" in Schwabing an. Einer der Geschäftsführer bezeichnete den Einsatz als "Schikane".

Am 31. Dezember ist im "Cavos" eh Schluss: Der Kult-Grieche in Schwabing muss nach massiven Anwohnerbeschwerden wegen Lärms und Gerüchen aus der Belüftungsanlage schließen. Drei Tage vor dem Aus rückte die Polizei nochmal zur Drogen-Razzia in dem Lokal an.

In der Nacht auf Sonntag seien gegen 1 Uhr in der Früh rund 30 Ermittler des Drogendezernats ins Lokal gestürmt, wie die Bild-Zeitung berichtet. Die Männer sollen laut Informationen der Zeitung Türen eingetreten haben und in "Kampfmontur" in das Lokal gekommen sein. Einer der Cavos-Geschäftsführer, Florian Faltenbacher, bezeichnete den Einsatz gegenüber unserem Portal als "absolute Schikane". "Ich bin mehr als enttäuscht. Ich kann nicht verstehen, warum die Polizei einen Laden, der eh zusperrt, nochmal so reinlässt." Sein Verdacht: Die Polizei wollte ein "Exempel" statuieren.

Bei zwei Besuchern wurden die Beamten fündig

Das "Cavos" habe in der Vergangenheit immer mit der Drogenfahndung zusammengearbeitet. "Wenn Mitarbeiter bei uns etwas mit Drogen zu tun haben, werden sie sofort entlassen", so Faltenbacher. "Aber ich kann meinen 50 Mitarbeitern ja nicht jeden Tag ohne Anlass die Taschen kontrollieren."

Auch Mathias Scheffel, der Gesellschafter der Vermieterfirma des Cavos, äußerte sich enttäuscht bezüglich des Vorgehens der Polizei. "Dass das Cavos zumachen muss, ist eh schon ein Schlag gegen die Betreiber." Eine derartige Drogen-Razzia kurz vor der Schließung zu machen, halte er für "ungeschickt".

Auf Anfrage unserer Online-Redaktion bestätigte Polizeisprecher Sven Müller die Razzia. Die Aufregung um den Einsatz versteht er nicht. "Das gibt es immer wieder mal, dass wir Hinweise haben, da werden Drogen konsumiert oder gehandelt." Rechtlich sei der Einsatz abgesichert gewesen.

Wie die Polizei am Montagmittag mitteilte, fand die Kontrolle im Küchenbereich des Restaurants statt. Die Beamten kontrollierten dort 48 Personen - 16 davon waren Kellner und Küchenpersonal des Cavos, 32 waren Gäste.

Die Einsatzkräfte wurden bei zwei Besuchern fündig. Bei ihnen stellten sie kleine Mengen von Kokain sicher. Beide wurden wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt. Auch in der Küche fanden die Polizisten Kleinmengen von Kokain und Amfetamin. Im Bereich der Personaltoiletten und der Umkleiden seien Gegenstände zum Konsumieren von Drogen gefunden worden.

Laut Polizei stellten die Beamten schon in der Vergangenheit im "Cavos" im Personalbereich Verpackungsmaterialien und Gegenstände zum Konsumieren von Drogen sicher.

wei

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