Blindgänger erfolgreich entschärft

Fliegerbombe: Um 20.38 Uhr atmet Schwabing auf

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Die Fliegerbombe hatte ein Gewicht von 125 Kilogramm.

München - Der Dienstagabend in Schwabing – er erinnerte fatal an den 27. August 2012. An jenem Montag hatten Bauarbeiter eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe entdeckt, die tags drauf gesprengt wurde und Millionenschäden hinterließ

Auch am Dienstag fanden Bauarbeiter mitten in Schwabing eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. 125 Kilogramm schwer zwar „nur“, auch das hätte aber für eine gewaltige Detonation gereicht! Diesmal hatten die Schwabinger aber bedeutend mehr Glück: Der Zünder des Blindgängers erwies sich als vergleichsweise harmlos, um exakt 20.38 Uhr war das Trumm entschärft. Entwarnung!

Die Polizei meldete via Twitter die erfolgreiche Entschärfung:

Schauplatz war diesmal die Ecke Tristan-/König-Marke-Straße unweit des Schwabinger Krankenhauses. Dort sind Bauarbeiter gegen 14 Uhr mit Aushubarbeiten beschäftigt, als sie auf ein rostiges Teil stoßen. Sie rufen die Polizei. Der nähere Umkreis des Grundstücks wird abgesperrt, danach begutachten die erfahrenen Sprengmeister Martin Radons und Martin Tietjen die Bombe. Sie entscheiden: Der Blindgänger wird vor Ort entschärft. Umgehend laufen die Vorbereitungen an: In einem Umkreis von ca. 200 Metern um den Fundort herum werden die umliegenden Wohnhäuser durch Kräfte der Feuerwehr und Polizei geräumt und der Verkehr gesperrt. Geräumt werden Teile der Rümannstraße, Isoldenstraße, Wartburgplatz, Eisenacher Straße, König-Marke-Straße, Heckscherstraße, Leopoldstraße, Parzivalstraße und Parzivalplatz. Der Verkehr auf der Leopoldstraße – so der Plan – soll nur für die Dauer der Entschärfung gesperrt werden.

Bilder vom Bombenfund

Bilder vom Bombenfund in Schwabing

Da das benachbarte Schwabinger Klinikum nur an der Seite der Isoldenstraße betroffen ist, werden auch nur die dort liegenden Zimmer geräumt und die Patienten umgebettet. Für die rund 2000 Anwohner, die ihre Wohnungen verlassen müssen, werden Notunterkünfte in den Gymnasien an der Karl-Theodor-Straße und der Borschtallee eingerichtet. Letztendlich finden sich dort nach Informationen der tz aber nur etwa 75 Menschen ein. Der große Rest nutzt die Gelegenheit für Besuche bei Freunden und Verwandten – oder man geht in die Kneipe.

Die Einsatzkräfte – etwa 200 Polizeibeamte und 85 Feuerwehrmänner sind beteiligt – tun derweil ihre Arbeit. Bereits gegen 19.50 Uhr melden sie: Alle betroffenen Gebäude sind evakuiert, die Entschärfung des Blindgängers kann beginnen. Wie geplant, wird die Leopoldstraße im fraglichen Bereich für den Verkehr gesperrt. Dann machen sich die Sprengmeister an die Arbeit. Mit Erfolg: „Um 20.38 Uhr war die Bombe entschärft“, sagte einPolizeisprecher gegenüber der tz.

Schon wenige Minuten später sind alle Straßen wieder frei befahrbar, die Menschen können in ihre Wohnungen zurück. Schwabing atmet auf.

Wie der Einsatzabend im Detail verlief, können Sie in unserer Berichterstattung von Dienstagabend nachlesen.

dop/juw/mdu/jor

Das sagen die betroffenen Anwohner

Die Polizei hat gewarnt

Mona Schröpf (72)

Von der Fliegerbombe habe ich erfahren, als ich gerade einen Brief zur Post bringen wollte. Die Polizei ist mehrmals rumgegangen und hat alle Menschen vor der Bombe gewarnt. Ich wohne direkt gegenüber der Stelle, an der sie die Bombe am Nachmittag gefunden haben. Das sind nicht einmal zehn Meter. Wo genau ich jetzt hingehe, weiß ich noch gar nicht. Entweder lasse ich mich evakuieren – oder ich verstecke mich im Keller.

 

Nur 200 Meter Radius

Hanna Fichtner (45) mit Sohn Ludwig (3)

Mein Sohn Ludwig und ich wohnen keine 300 Meter vom Fundort entfernt. Damit das Krankenhaus nicht evakuiert werden muss, beträgt der Sicherheitsradius nur 200 Meter. Ob das reicht? Da kommen schon wieder die Erinnerungen an die Bombe von vor zwei Jahren hoch.

Ich hatte fünf Minuten

Herbert Saller (64)

Ich bin gerade von einem Verwandten heim gekommen. Fünf Minuten später hat die Feuerwehr bei mir geklingelt. Ich hatte nur fünf Minuten Zeit, um das Nötigste zu packen. Mitgenommen habe ich mir ein Buch – damit mir nicht langweilig wird – und ein paar Süßigkeiten. Schon bei der Herfahrt habe ich im Radio gehört, dass sie in der Nähe von meiner Wohnung eine Fliegerbombe gefunden haben. Ich lebe keine 100 Meter vom Fundort der Bombe entfernt. Im Zum Glück hatte ich mir für den Abend nichts vorgenommen.

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