Unfassbare Preise

Garagen-Irrsinn: So viel kostet dieser Stellplatz in Schwabing

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Eigentlich dachte man, den Münchner könnte in Sachen Miete nichts mehr schocken.

Eigentlich dachte man, den Münchner könnte in Sachen Miete nichts mehr schocken. Aber es geht noch wilder, wenn man sich die Preise für Garagen anschaut.

München - 25 Euro pro Quadratmeter? Münchner Mieter kann nur noch wenig schocken – doch hier geht es nicht um eine Luxus-Dachgeschosswohnung mit unverstelltem Blick auf die Alpen, sondern um eine Garage in einem unscheinbaren Hinterhof in Schwabing! In der Hohenstaufenstraße hat kürzlich ein Vermieter einen Stellplatzmieter gesucht, der bereit ist, 250 Euro für seine Garage zu berappen...

„Woanders gibt’s für dieses Geld eine Wohnung“, sagt Immobilien-Experte Stephan Kippes vom IVD. In München freilich nicht, trotzdem sei der Preis von 250 Euro „ambitioniert“. Allerdings ist eine exakte Einschätzung schwierig, schließlich ist die Datenlage zum Markt von Stellplätzen äußerst dünn.

Das Wohnungsportal Immowelt hat jetzt eine Studie unter der Überschrift „Autostellplätze in deutschen Großstädten häufig Luxus“ veröffentlicht. Spitzenreiter ist Frankfurt – mit Preisen bis zu 170 Euro. In München lagen die Preise bei bis zu 118 Euro. „Es mag auch Ecken geben, an denen Liebhaberpreise bezahlt werden“, weiß Immoblien-Experte Kippes. Gerade bei Garagen gilt das Motto: „Lage, Lage, Lage!“

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Reguliert wird der Preis jedenfalls nicht. „In diesem Segment gibt es keine Mietpreisbremse – Garagenstellplätze sind nicht sozial schutzbedürftig“, so Kippes. Das bestätigt auch der Münchner Makler Thomas Aigner: „Es gibt sicher Vermieter, die versuchen, ihre Mindereinnahmen durch die Mietpreisbremse über die Vermietung der Garage zu kompensieren.“ Im unmittelbaren Innenstadtbereich sei ein Preis von 250 Euro im Monat nicht unüblich, weiß Aigner.

So teuer, weil rares Gut

„In München sind Parkplätze – vor allem überdachte Dauerparkplätze – rares Gut“, erklärt Anja Müller von Apcoa Parking Deutschland. Die Firma betreibt zehn Parkhäuser in München und verfügt deutschland über mehr als 200 000 Stellplätze. „Besonders in Premiumlagen in der Innenstadt können die Preise daher schnell nach oben klettern.“ Bei den Kosten für Dauerparkplätze kommt es neben Kapazität, Verfügbarkeit und Lage auch darauf an, ob es sich um einen reservierten Stellplatz handelt.

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„Die Frage lautet also: Parke ich immer an der gleichen Stelle oder habe ich ,nur’ einen Parkplatz in einem Parkhaus sicher, ohne einen reservierten Platz“, erklärt Müller. Ein Beispiel: Einen Stellplatz im neuen Quartier Schwabinger Tor an der Leopoldstraße vermietet die Firma Park One. Ein Stellplatz mit Reservierung kostet hier 170 Euro im Monat, einer mit freier Stellplatzwahl dagegen 105 Euro.

Der Trend geht in Richtung Carsharing

Eines scheint klar: Bei Quadratmeterpreisen von bis zu 25 Euro, wie jüngst in Schwabing verlangt, taugt die Garage oder Stellplatz auch nicht als Ausweichquartier für Münchner, denen die Wohnungsmieten zu hoch sind. Und während Firmen wie Apple oder Microsoft in Garagen gegründet wurden, hat solcher Pioniergeist auf Münchner Stellplätzen wohl auch aus finanziellen Gründen keine Chance.

Immobilienexperte Kippes sieht allerdings einen gesellschaftlichen Wandel, der die Parkhausbetreiber in Bedrängnis bringen könnte. „Gerade in den Innenstädten könnte Carsharing einen neuen Trend auslösen“, meint Kippes. Je mehr Menschen sich kein eigenes Auto mehr leisten, desto weniger benötigen auch einen Stellplatz. „Parkhäuser und Tiefgaragen könnten dann zu Problemimmobilien werden“, schätzt Kippes. Der könnte einer solchen Entwicklung durchaus etwas Gutes abgewinnen. „Da würden tolle Flächen in der Innenstadt frei werden, auf denen bisher die nackte Funktionialität regiert.“

M. Kniepkamp

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