Abbruch-Sause für alle 

München feiert wochenlange Abrissparty – Das soll danach entstehen

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Zum Abriss bereit ist das Gebäude der ehemaligen Design-Hochschule in der Infanteriestraße 14. 

Die Design-Hochschule muss Wohnungen weichen – davor gibt‘s in dem Gebäude sechs Wochen Wochen Kunst, Eislauf, Konzerte und mehr.

Wenn Abschied, dann richtig! Bevor die Immobilienfirma Bauwerk ihr Gebäude in der Infanteriestraße 14 abreißt, lädt sie zur großen Abrissparty. Nicht für einen Abend, nicht für ein Wochenende – ganze sechs Wochen lang. Und alle sind willkommen.

Früher war auf den 5000 Quadratmetern Fläche in Schwabing-West die Hochschule für Design untergebracht. Künftig sollen hier Wohnungen entstehen. Doch bevor es so weit ist, darf das großzügige Gebäude vom 12. September bis 3. November hemmungslos genutzt werden. Von wem und wie genau, zu dieser Frage hatte Bauwerk einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Gestern verkündete die Jury die Gewinner: Raiko Schwalbe und Andreas Brestrich dürfen ihr Konzept umsetzen. Wenn sie erzählen, was sie sich alles ausgedacht haben, versteht man auch, warum.

Design-Hochschule feiert wochenlange Abriss-Party für jedermann

Eine Indoor-Eisfläche zum Schlittschuhlaufen. Eine komplette Etage, auf der E-Sportler „zocken können, bis der Arzt kommt“ (O-Ton Brestrich). Eine Golfpartie über alle Stockwerke hinweg. Weil das Gebäude ohnehin abgerissen wird, kann man im obersten Stock ruhig ein Loch in den Boden bohren. Durch das plumpst der Ball in die nächste Etage, wo der Spaß weitergeht. „Es soll ein Fest für jedermann werden – von Kindern bis zu Senioren. In dem Gewinnerkonzept wird an alle gedacht“, lobt die Jury.

An Kunstfreunde zum Beispiel. Schwalbe, der in München die ARTMuc organisiert, wird den dritten – wie er sagt: „den schönsten“ – Stock bespielen. Rund 50 fast ausnahmslos bayerische Künstler hat er eingeladen, ihre Werke zu präsentieren. Zehn von ihnen werden audiovisuelle Installationen in den Räumen zum Leben erwecken. Kunst, durch die man schreiten kann.

Und danach? Hinunter in den „Wiesn-Biergarten“ im Innenhof. „Da darf man jetzt nicht eine Miniaturausgabe des Oktoberfests erwarten“, betont Brestrich lächelnd. „Was in dem Biergarten geboten ist, wollen wir noch nicht verraten. Aber es wird was ganz Spezielles!“

Auch die Kleinsten dürfen sich auf der Abriss-Party austoben

In der Jury saß auch Schauspieler Max von Thun. Der 42-Jährige war begeistert von einem anderen Konzeptvorschlag, der bei dem Ideenwettbewerb eingereicht worden war. Ein Indoorspielplatz, der nicht aus Plastik, sondern natürlichen Materialien gefertigt wird. „Ich finde, es kann gar nicht genug gute Angebote für Kinder in der Stadt geben.“ Nicht ganz uneigennützig gedacht von ihm, der selbst Vater ist: „Am Abend sind die Kleinen dann so richtig schön ausgepowert und gehen ohne Protest schlafen“, sagt er grinsend. Und so wird auch die Spielscheune realisiert. Zusammen mit einigen anderen kleinen Projekten, die ins Sieger-Konzept integriert werden. Ein Indoorgarten zum Beispiel. Und ein Markt für nachhaltige Mode.

Und weil zu jeder gescheiten Abrissparty Musik gehört, wird es jede Menge Konzerte geben; in Malworkshops dürfen die kleinen und großen Besucher auch die Wände bemalen. Bevor es ganz zum Schluss zur großen Sause kommt. Weinflecken auf dem Teppich, Schuhabdrücke auf dem Parkett – macht alles nichts.

Infos, wann was stattfindet, folgen in Kürze im Internet unter www.infanterie14.com/.de.

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