Abriss geht weiter – was kommt jetzt an Stelle des alten Kaufhauses

Stadt zertrümmert Karstadt-Träume am Nordbad: Abriss geht weiter - doch was kommt danach?

Nach dem Karstadt-Aus am Nordbad war schon eine Nachfolge-Lösung geplant: ein moderner Komplex mit Büros, gehobenem Einzelhandel, einer Kita und Parkplätzen. Doch jetzt zertrümmert die Stadt die Pläne.

München - Die Bagger arbeiten sich seit April voran: Bis 2024 sollte der Nachfolge-Bau für den Karstadt in Schwabing entstehen. Doch statt einer Baugenehmigung hat die Ariston Grundbesitz GmbH & 8. Beteiligungs KG – ihr gehört die Fläche an der Ecke Schleißheimer Straße und Elisabethstraße – etwas anderes bekommen. Eine Hürde in Form eines Realisierungswettbewerbs.

München: Bezirksausschuß will Realisierungswettbewerb am Nordbad

„Das freut uns natürlich nicht“, bleibt Stefan Pfender von der Ariston-Gesellschaft diplomatisch. „Aber ich stelle mich den Tatsachen.“ Statt bald zu bauen, müssen die Grundeigentümer nun mit ihrem Entwurf selbst am Wettbewerb teilnehmen.

Bagger reißen seit April die Karstadt-Filiale am Nordbad ab, die es seit 1967 gab.

Warum? Laut des städtischen Planungsreferats habe sich während der Vorplanungen gezeigt, „dass nur ein anschließender Realisierungswettbewerb eine qualitativ hochwertige Stadtstruktur an dieser Stelle schaffen kann“.

Seit 1967 zierte ein grauer Betonblock diesen Platz. Für das Traditionskaufhaus gab es die Option, 22 weitere Jahre den Betrieb weiterlaufen zu lassen. Doch der Karstadt-Kaufhof-Konzern entschied sich im vergangenen Jahr im Zuge seines Insolvenz-Verfahrens anders: Die Filiale wurde im Oktober zugesperrt.

So sollte das neue Gebäude laut Grundbesitzer aussehen.

München: Lokalpolitiker pochen auf neuen Wohnraum

Im neuen Gebäude plante die Ariston-Gesellschaft Büros, Läden, Gastronomie und eine dreigeschossige Tiefgarage mit 371 öffentlichen Stellplätzen. Ein Konzept, das dem Bezirksausschuss 4, Schwabing-West nicht geschmeckt hat. Die Lokalpolitiker pochten auf neuen Wohnraum. Obwohl dieser im Erbpachtvertrag ausgeschlossen ist. Im Oktober 2020 folgte ein Antrag der Stadtratsmehrheitsfraktion von SPD, Grünen und Volt. Titel: „Sicherung der städtebaulichen Qualität statt Schnellschuss“. Folge: Noch vor den Sommerferien soll der Stadtrat über einen Eckdaten-Beschluss entscheiden, mit dem der Realisierungswettbewerb eingeleitet werden kann. Gefordert wird z. B. „eine attraktive Markthalle mit dazugehörigem Vorplatz“.

Die Ariston-GmbH macht vorerst weiter: „Wir ziehen den Abriss jetzt durch“, so Pfender. Bis Herbst soll die Baugrube fertig sein, bis es dann weitergeht, wird es dauern.

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Rubriklistenbild: © Jantz

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