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Radlschloss lässt Tram am Kurfürstenplatz  entgleisen - Polizei hat Verdacht

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Von: Stefanie Wegele

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Feuerwehrler schoben die Tram Linie 27 (Petuelring) zurück ins Gleis.
Feuerwehrler schoben die Tram Linie 27 (Petuelring) zurück ins Gleis. © Feuerwehr München

In Schwabing am Kurfürstenplatz ist am Montag eine Tram aus den Schienen gesprungen. Der Fahrer hat wohl schlimmeres verhindert. Der Grund dafür stellt die Polizei jedoch vor ein Rätsel.

München - Dass eine Trambahn aus den Schienen springt, kommt häufiger vor. In München etwa fünf Mal im Jahr, schätzt ein Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Die Gründe dafür sind vielfältig: Mal verstopft Schnee oder Eis Gleise, mal verkeilt sich dort ein Stein.

Tram am Kurfürstenplatz in Schwabing entgleist

Am frühen Montagmorgen war die Ursache für eine Tram-Entgleisung in Schwabing allerdings ungewöhnlich: Ein abgerissenes Fahrradschloss sorgte dafür, dass die Straßenbahn aus den Schienen gedrückt wurde. Die Polizei geht nach aktuellem Stand der Ermittlungen davon aus, dass jemand die Kette absichtlich auf die Schienen gelegt hat.

War das ein gezielter Anschlag auf die Tram in Schwabing?

Kurz vor 6 Uhr meldete der 52-jährige Fahrer der Linie 27 (Petuelring), dass seine Trambahn am Kurfürstenplatz entgleist war. Diese war Richtung Hohenzollernstraße unterwegs. Er hatte kurz nach der Haltestelle Kurfürstenplatz laut Polizei ein verändertes Fahrverhalten festgestellt und die Geschwindigkeit verringert, konnte ein Entgleisen des vorderen Waggons in der Kurve allerdings nicht mehr verhindern. 

Sofort rückten die Einsatzkräfte der Feuerwehr an. Sie sperrten den Bereich rund um den Platz mitten in Schwabing ab. Mithilfe einer Seilwinde des Rüstwagens zogen die Einsatzkräfte die Bahn wieder zurück zum Gleis und schoben sie im Anschluss daran mit Muskelkraft wieder zurück in die Fahrspur. Nach etwa einer Stunde war der Einsatz beendet.

Dieses Radschloss ließ die Tram entgleisen.
Dieses Radschloss ließ die Tram entgleisen. © Feuerwehr München

Die Trambahn wurde in die Werkstatt gebracht, um sie auf möglicherweise entstandene Schäden zu überprüfen. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

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Fahrradschloss wirft Fragen auf - Polizei ermittelt

Wie das Schloss auf die Schienen gekommen ist, ist im Moment noch unklar. Laut Polizei befanden sich in den parallel verlaufenden Schienenfugen mehrere Fragmente von Fahrradkettengliedern. Daher gehen die Ermittler davon aus, dass jemand diese möglichweise vorsätzlich dort deponiert haben könnte.

Der Schaden beträgt mehrere Tausend Euro. Das Unfallkommando ermittelt wegen Gefährdung des Bahnverkehrs. Darauf stehen laut Gesetz bis zu fünf Jahre Gefängnis. Hinweise unter Telefon 089/62 16 33 22.

Anfang des Jahres krachte eine Deckenverkleidung in einer Tram auf den Boden - ein Vandalismus-Schaden. Die MVG dementierte die Meldung über einen Dachschaden.

In München wurde ein Mann von einem Trio heftig attackiert. Dieses hatte sich zuvor gegenüber der Begleiterin des 27-Jährigen äußerst unschön verhalten.

S. Wegele

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