München-Serie

Pfiat di Gott, Elisabethmarkt: So ändert sich Schwabing 2018

Der Markt am Elisabethplatz heute. Wie er künftig aussehen wird, da sollen die Bürger ein Wörtchen mitreden können

Es bewegt sich was in München. Wie die Fortschritte in 2018 aussehen und wer wo auf der Bremse steht, das zeigt unser Blick in die Zukunft von Münchner Stadtteilen. Diesmal ist es Schwabing West.

► Elisabethmarkt

Die Schwabinger müssen bald ein Lied der Spider Murphy Gang anstimmen. Den spätestens in zwei Jahren heißt es: Pfiat di Gott, Elisabethmarkt. Und Auf Wiedersehen. Denn der Markt verschwindet nicht, er wird nur umgebaut. Das hat der Stadtrat 2017 mit großer Mehrheit beschlossen. Der Abriss soll in zwei Jahren beginnen, die Händler währenddessen in vorläufigen Buden an der Arcisstraße unterkommen. Danach werden die Standl neu angeordnet und sollen durch den Umbau den geltenden Vorschriften für Hygiene und Brandschutz genügen. Wie genau die neuen Standl aussehen, könnte sich heuer entscheiden. „Der Bezirksausschuss bleibt bei seiner Aussage, für die Gestaltung des Marktplatzes einen Workshop mit Bürgerbeteiligung zu veranstalten“, sagt der Vorsitzende des BA Schwabing-West, Walter Klein (SPD). „Das wird jedoch noch einige Zeit dauern.“

Nicht nur die Markstände, auch das Umspannwerk wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

► Umspannwerk

Das an den Elisabethmarkt ­anliegende Umspannwerk wird ebenfalls abgerissen. Dort entsteht ein neues Gebäude der Stadtsparkasse. Darin vorgesehen ist Platz für Mietwohnungen, ein Studentenwohnheim, eine Kindertagesstätte sowie Büro- und Verkaufsfläche. Der zweite Entwurf für die Fassade fand ein deutlich positiveres Echo bei den Anwohnern als der erste. Nun können die Planungen ­weitergehen. 2020 sollen die Bauarbeiten beginnen, 2022 die ersten Bewohner einziehen.

► Trammbahn-Trasse Belgradstraße

Schon seit 1990 fordern die Stadtteil­politiker, dass die früheren Trambahntrassen in der Belgradstraße begrünt werden. Das Baureferat hatte ihnen

den Wunsch immer wieder verwehrt, weil es sich einen Umbau für ein neues Verkehrskonzept vorbehalten wollte. Schließlich gab die Behörde doch nach: Ab Oktober dieses Jahres will die Stadt zwischen Scheidplatz und Petuelring auf dem 550 Meter langen Mittelstreifen 45 Bäume pflanzen, außerdem Sträucher und Blumen.

► Kreativquartier

Ein Teil des Kreativquartiers in der Nähe des Leonrodplatzes gehört zu Schwabing-West. Für diesen Teil wurde im vergangenen Jahr der neue Bebauungsplan beschlossen. Heuer steht die Vorplanung für die Schule und die Aufteilung der Wohnblöcke auf Bauträger an.

► Schwabinger Krankenhaus

Der Umbau des Schwabinger Krankenhauses schreitet voran. Es entstehen eine neue, größere Kinderklinik und ein Notfallzentrum. Insgesamt wird das Klinikum aber verkleinert, viele Abteilungen ziehen nach Bogenhausen um.

Alex Rebhan (38)

Viele Markstände sind völlig marode

Alex Rebhan (38), Obst- und Gemüsehändler am Elisabethmarkt: Die Sanierung find ich super, endlich passiert hier etwas. Die Bausubstanz ist an vielen Ständen völlig marode, und es gibt zum Beispiel keine öffentlichen Toiletten für die Marktbesucher: Das geht gar nicht. Außerdem brauchen wir ­modernere Kühlanlagen und einen weniger holprigen Boden, um unsere Waren darüber rollen zu können.

Anne Hansen (36).

Ich hoffe, es bleibt so schön

Anne Hansen (36), selbstständig, mit Fina (8 Monate), Schwabing: Der Markt am Elisabethplatz ist ein Schatz für Schwabing – ich hoffe, dass das nach der Sanierung so bleibt. Und ich würde mir wünschen, dass der Aufbau der Stände ungefähr gleich bleibt: Nur alles in Neu und modernisiert. Dann müssten die Verkäufer in ihren Ständen auch nicht mehr so frieren wie jetzt in den alten Häuschen.

Stephan Haiker (53).

Wir müssen in einen Container ziehen

Stephan Haiker (53) von der Biokäsemanufaktur am Elisabethmarkt: Während des Umbaus ­müssen wir in einen Container umziehen. Die Warenpräsentation wird dann nicht optimal sein. Hoffentlich ziehen alle Kunden mit. Aber der Umbau ist alternativlos. Außerdem glaube ich, dass der Markt dadurch attraktiver wird. Und die Parkplatzsituation wird mit der neuen Tief­garage besser.

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