Schmuck erbeutet

Sie gab sich als „Schwester Rita“ aus - und sperrte Senioren in Bad ein 

+
Eine Frau verschaffte sich Zutritt zur Wohnung eines Ehepaars und sperrte beide im Bad ein.

Sie gab vor, „Schwester Rita“ zu sein und sich um zwei Senioren zu sorgen. Doch plötzlich sperrte die vermeintliche Pflegerin das Ehepaar im Bad ein. Und es kam noch schlimmer.

München - Sie gab vor, sich um die Senioren zu sorgen - doch letztlich nutzte eine Frau die vorgegaukelte Fürsorge nur, um ein Ehepaar in Schwabing zu bestehlen. Wie die Polizei München berichtet, klingelte am Dienstag gegen 10 Uhr eine unbekannte Frau an der Wohnungstür einer 80 Jahre alten Frau in der Nähe des Nordbads. Dabei gab sie sich als „Schwester Rita“ aus. 

Die angebliche Schwester fragte die Münchnerin, ob sie Hilfe benötige. Zudem wollte sie wissen, ob der Ehemann der Frau daheim sei. Dann betrat sie laut Polizeibericht unaufgefordert die Wohnung und traf auf den 80-jährigen Ehemann. 

Frau gibt sich als „Schwester Rita“ aus und sperrt Senioren in Bad ein

Wie die Polizei mitteilt, erkundigte sich die Frau, ob das Ehepaar eine Heizung hätte und ob es warm genug sei. Unter einem Vorwand lockte „Schwester Rita“ die beiden ins Badezimmer - und schloss plötzlich die Tür von innen ab. Als die Seniorin nach rund einer Minute wieder aus dem Badezimmer gehen wollte, öffnete die vermeintliche Pflegerin die Tür erst nach mehrmaliger Aufforderung. 

Beim Verlassen des Bads bemerkte die 80-Jährige, dass die Wohnungstür offen stand und sprach die Frau darauf an. Die Unbekannte sagte demnach, sie habe die Tür offen gelassen und verabschiedete sich daraufhin. Als die Seniorin daraufhin sofort ins Schlafzimmer ging, bemerkte sie laut Bericht „Veränderungen am Bett“. Beim Blick in die Schubladen musste sie feststellen, dass Schmuck fehlte.

Ähnliche Fälle aus München bekannt: Sind es immer die gleichen Täter?

Die Polizei geht davon aus, dass sich während des Ablenkmanövers im Bad „wahrscheinlich eine Zweite Person in die Wohnung geschlichen“ und den Schmuck gestohlen hat. Ähnliche Fälle hätten sich bereits Ende 2017/Anfang 2018 ereignet, bei denen sich ebenfalls eine falsche Pflegedienstmitarbeiterin als „Schwester Rita“ ausgab. Dabei betrat ebenfalls eine Frau die Wohnung, gab sich dabei als eine Mitarbeiterin des Gerichts aus und fragte nach Bargeld. Auch in der jüngeren Vergangenheit gab es ähnliche Fälle, bei denen aufgrund der Vorgehensweise und der Personenbeschreibung laut Polizei davon auszugehen ist, „dass es sich um das gleiche Täterpärchen handelt“. 

Unbekannte verschafft sich Zutritt zu Wohnung - danach fehlt Schmuck: Täterbeschreibung der Polizei

Täter 1: Weiblich, circa 50 bis60 Jahre alt, circa 1,70 Meter groß, schlank, mittelblonde, glatte, nackenlange Haare, sprach hochdeutsch. Bekleidet mit grau gestepptem Anorak, dunkler Hose, grauer Mütze und gab sich als „Schwester Rita“ aus. 

Täter 2: nichts bekannt, vermutlich ebenfalls 50 bis 60 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter groß und schlanke Figur. 

Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 65, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. 

Hinweis der Polizei: Die Kriminalpolizei warnt insbesondere ältere Menschen dringend davor, fremde Personen in die Wohnung einzulassen. Eine gesunde Skepsis ist keine Unhöflichkeit! Ein Berechtigter wird für Ihre Nachfragen stets Verständnis haben. Weiterhin warnt die Polizei davor in Zusammenhang mit angekündigten Gewinnen keinesfalls finanzielle Vorleistungen zu erbringen. Im Zweifelsfall wenden Sie sich immer an die Polizei unter der 110.

mm/tz

Lesen Sie auch:

Pflegedienst macht plötzlich dicht - Betroffene erfahren es erst einen Tag vorher

Eine böse Überraschung haben pflegebedürftige Menschen in der Umgebung von Odelzhausen sowie die Mitarbeiter des sie betreuenden privaten Pflegedienstes Pichlmayr erlebt. Die Kunden erfhuhren nur einen Tag zuvor, dass die Odelzhauser Niederlassung der Firma dichtgemacht wird.

Abschied von Staller aus ARD-Serie: So reagieren die Fans

Nach sieben Jahren geht das Wolfratshauser Polizistenduo Hubert und Staller bald getrennte Wege: Am Mittwoch lief der Abschiedsfilm.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

„Sheriffs“ auf dem Friedhof bringen einige Maxvorstädter auf die Palme
„Sheriffs“ auf dem Friedhof bringen einige Maxvorstädter auf die Palme
96-jähriger Münchner muss aus Wohnung ausziehen - Unternehmen erklärt heftig umstrittene Pläne
96-jähriger Münchner muss aus Wohnung ausziehen - Unternehmen erklärt heftig umstrittene Pläne
Azubi rast durch München und wird elfmal geblitzt - das Protokoll einer irren Fahrt
Azubi rast durch München und wird elfmal geblitzt - das Protokoll einer irren Fahrt
Männer gehen aufeinander los - als Polizei eingreift, wird es auch für die Beamten gefährlich
Männer gehen aufeinander los - als Polizei eingreift, wird es auch für die Beamten gefährlich

Kommentare