Albert Plötz aus dem Albatros

Nach Kneipen-Schließung: Kult-Wirt hat neuen Job

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Albert Plötz.

München - Albert Plötz musste im Frühjahr sein Schwabinger Lokals Albatro in der Occamstraße 5 schließen. Die tz sprach mit ihm. Inzwischen hat er einen neuen Job.

Herr Plötz, im Frühjahr berichtete die tz von Ihrem verzweifelten Kampf gegen die drohende Schließung ihres legendären Schwabinger Lokals Albatros in der Occamstraße 5. Grund dafür war eine Luxussanierung des Hauses. Im Mai mussten Sie die Kneipe nach fast drei Jahrzehnten zusperren. Und wia schaut’s jetzt aus?

Albert Plötz: Ein bisserl Wehmut ist natürlich immer noch da. Es war eine so lange Zeit, ich hatte mir mit dem Lokal einen Lebenstraum erfüllt, bevor mir der Hausbesitzer den Traum zerstört hat. Im Großen und Ganzen habe ich damit mittlerweile aber abgeschlossen. Finanziell war die Geschichte natürlich verheerend, ich bekam ja keine Ablöse dafür, ich musste einfach zusperren. Ich hätte gerne noch fünf Jahre noch weiter gemacht und dann das Lokal weiter verpachtet. Aber das wurde mir verwehrt.

Sie hatten zunächst gehofft, vielleicht an anderer Stelle neu zu eröffnen …

Plötz: Daraus wurde nichts. Ich hatte tatsächlich auch von der Brauerei ein Angebot für ein anderes Lokal in Schwabing. Das habe ich aber nach langem Überlegen abgesagt. Wenn ich 30 Jahre jünger wäre, hätte ich es vielleicht gewagt. So aber ist das finanzielle Risiko zu groß. Der Zug ist für mich abgefahren. Aber zum Glück habe ich eine neue Arbeitsstelle gefunden.

Ach, und zwar?

Plötz: Als Kellner im Restaurant „Alter Hof“. Eine Arbeit, die mich sehr beglückt.

Wie kam es dazu?

Plötz: Ich habe einen Hilferuf ins Internet gestellt. Altgastronom, 67, kerngesund, gelernter Kellner mit langjähriger Praxis als Selbstständiger, sucht händeringend eine Festanstellung. Sie werden es nicht glauben, ich habe daraufhin drei Einladungen für ein Vorstellungsgespräch bekommen – gleich das erste war im Alten Hof. Es hat auf Anhieb gepasst, der Geschäftsführer meinte: „Genau Sie will ich haben.“

Eine schöne Nachricht.

Plötz: Ja, es war eine harte Zeit, auch meine Familie hat sehr gelitten. Das ist jetzt alles ausgestanden. Jetzt fahren wir ein paar Tage mit unserem Enkel nach Bad Birnbach in Niederbayern, und dann freue ich mich auch wieder auf die Arbeit. Ohne Arbeit kann und mag ich nicht sein. Vor allem nicht, wenn sie so viel Spaß macht wie jetzt.

Florian Kinast

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