Pläne für Renaturierung im Englischen Garten

So soll der Schwabinger Bach in Zukunft aussehen

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Wenn man von der Veterinärstraße in den Englischen Garten geht, läuft man in ein kleines Naherholungsgebiet. Millionen Münchner zieht es Jahr für Jahr ans Ufer des Schwabinger Bachs. Jetzt wird der umgebaut.

München - Ab 2. Oktober bekommt der Schwabinger Bach ein neues Gesicht, das eigentlich sein altes ist. Die tz erklärt die Umbaupläne.

Die Gewässer im Englischen Garten sollen sich langsam schlängeln. Das hat Friedrich Ludwig von Sckell, der erste Gärtner hier, in seinem Entwurf Anfang des 19. Jahrhunderts geschrieben. Jetzt soll das wieder so werden. Die tz erklärt den Plan.

Ab dem 2. Oktober wird der Schwabinger Bach renaturiert. Auf 100 Metern um die Veterinärbrücke herum, bekommt der Bach seine historische Form zurück. Er soll statt 9,5 wieder zwölf bis 13 Meter breit werden. Das Wasser kann also wieder gemütlicher plätschern.

Jedes Jahr tummeln sich fünf Millionen Menschen am Bach. An der Veterenärbrücke treffen Studenten auf FKK-Fans und Spaziergänger. Gerade im Sommer ist die Hölle los. Wer sich in Zukunft an einem heißen Tag abkühlen will, wird es bequemer haben. Die in den 1960er-Jahren eingesetzten Holz- und Steinbegradigungen weichen Kiesbetten, die flach ins Wasser abfallen. Die Verletzungsgefahr für die Badegäste sinkt. An dem Ufer, das wild ins Wasser ragt, bleiben immer wieder Schwimmer hängen.

Das Teilstück hier ist erst der Anfang. Wenn es wie geplant klappt, folgt nächstes Jahr ein Stück von 800 Metern. Am Ende sollen die ganzen 5,5 Kilometer des Schwabinger Bachs renaturiert sein. „Wir gehen davon aus, dass wir das in den nächsten zwei Jahren schaffen“, so Finanz- und Heimatminister Markus Söder, in dessen Zuständigkeit der Englische Garten fällt. Das soll am Ende auch der Umwelt zugute kommen. „Es schafft für die reiche Tierwelt wesentlich bessere Lebensbedingungen..“

Aber nicht nur für die Münchner Badegäste und die Tiere im Englischen Garten soll sich der Bach verbessern. Durch das Projekt wird darüber hinaus auch der Geldbeutel des Freistaats geschont. Markus Söder freut sich: „Es ist kostensparender, weil wir sonst immer wieder Renovierungsarbeiten haben, die teuer sind.“

30 000 bis 40 000 Euro soll die Renaturierung auf den ersten 100 Metern kosten. Rund drei Wochen wird jetzt gebaut. Am 23. Oktober wird das erste Teilstück des Schwabinger Bachs im neuen, alten Bett vor sich hinplätschern. Breiter, schöner, sicherer und gemächlicher. Dann kann der nächste Sommer kommen!

Marita Wehlus

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