Millionen-Investition in Schwabing

OB macht städtische Kliniken zur Chefsache

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Mehr oder weniger intensiver Austausch auf der Intensivstation: OB Dieter Reiter im Gespräch mit Mitarbeitern des Schwabinger Klinikums.

München - OB Dieter Reiter macht die Rettung der Klinikum GmbH zur Chefsache. In Schwabing gibt er eine erste Stippvisite - und will es nicht bei der ersten Finanzspritze für den Umbau der Intensivstation belassen.

Die Szene hatte durchaus Symbolcharakter: Dieter Reiter stand hoch oben auf dem Dach des Schwabinger Krankenhauses und gestikulierte in den Himmel. Dort, wo normalerweise die Rettungshubschrauber landen, leistete der OB eine Art hypokratischen Amtseid – er gelobte gebetsmühlenartig, dass er sich voll und ganz der Heilung der städtischen Kliniken verschrieben habe: „Ich meine es ernst: Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Und vor allem: Die Stadt wird sicherstellen, dass es für die Münchner Bevölkerung auch in Zukunft eine flächendeckende Notfallversorgung auf höchstem Niveau geben wird.“

Ganz bewusst hatte sich der OB den Standort Schwabing für seine erste Stippvisite ausgesucht. Denn hier hat die Klinikum GmbH, deren Aufsichtsratsvorsitzender der Rathauschef inzwischen ist, gerade fünf Millionen Euro investiert. Eine Finanzspritze, um den Operationstrakt und die Intensivstation auf den neuesten baulichen und technischen Stand zu bringen. Nun herrschen wieder perfekte Rahmenbedingungen für die Schwabinger Spezialisten, die bereits seit Jahren zu den führenden Münchner Medizinern bei der Versorgung von schwer verletzten Patienten zählen.

Schwabing soll erst der Anfang gewesen sein – in doppeltem Sinne: Zum einen will Reiter demnächst auch alle anderen Klinikstandorte besichtigen. Und zum anderen soll von der Stippvisite auch eine klare Botschaft für die gesamte städtische Krankenhausfamilie ausgehen: „Die Klinikum GmbH ist rettungsfähig. Jetzt geht es darum, ein Umsetzungskonzept auszuarbeiten.“ Dass er sich dafür persönlich reinhängen will, ließ der neue Oberbürgermeister immer wieder durchblicken. Das Klinikum ist also künftig Chefsache! Das nötige Kleingeld für die Sanierung hat sich Reiter jüngst schon mal besorgt – der Stadtrat genehmigte der Tochtergesellschaft eine Eigenkapitalerhöhung um 400 Millionen Euro (tz berichtete). „Ein wichtiger erster Schritt“, betonte Reiter. Jetzt müssen weitere folgen.

Andreas Beez

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